Donnerstag, 29. August 2013

Tag #2 und #3

Der 2. Tag in Taipeh begann damit, dass wir erst einmal ausschliefen. Das bedeutete wiederum, dass wir erst um 13:30 Uhr aufstanden! :D Dann machten wir uns mit der U-Bahn auf zum Botanical Garden und fanden auf dem Weg dorthin doch tatsächlich einen taiwanesischen Bäcker. Dort kaufte ich mir dann etwas das aussah wie ein Rosinenbrötchen, etwas mit Tomaten und Käse drauf und irgendetwas Muffinartiges, dass allerdings doppelt so groß war. Ole kaufte sich neben Brötchen mit Tomaten und Käse noch ein Brötchen wo auf der Verpackung irgendwo "Butter" draufstand und noch zwei weitere Brötchen. Wie sich herausstellte schmeckte das Tomaten-Käse-Etwas schon fast wie Pizza! Ich als eingefleischter Pizzafan fand das natürlich total super. Das "Rosinenbrötchen" war mit Nüssen, Rosinen, Kirschen und irgendeiner Paste gefüllt, die einfach undefinierbar schmeckte, und Oles Butterbrötchen war innendrin tatsächlich fett mit Butter bestrichen.


taiwanesisch/es Pizza/brötchen?!

Dann fanden wir endlich den botanischen Garten, der an sich ganz hübsch war. Leider blühen die Lotusblüten in dem riesigen Teich dort nur zu einer anderen Jahreszeit... Zurzeit sehen sie leider alle leicht vertrocknet aus...



Dann fing es auch noch an zu regnen und da ab abends ein Taifun angesagt war, dachten wir schon, es wäre vielleicht jetzt schon um unsere Pläne für diesen Tag geschehen, also liefen wir schnell weiter zum Bopiliao Historic Block. Auf dem Weg dorthin kamen wir allerdings an ca. 20 aneinandergerreihten Läden vorbei, die allesamt Vögel, Vogelkäfige und Zubehör verkauften - das bedeutete überall Gestank und Geschnatter. Und manche Vögel, Papageien und Kakadus zum Beispiel, waren an einer Stange mit Futter- und Wassernapf angekettet und waren auf der Straße zur Schau ausgestellt! An einem Stand waren sogar zwei kleine Tierchen, die in irgendeiner Form mit Eichhörnchen verwandt sein müssen, angekettet...



Vorbei an den Ständen kamen wir an eine Kreuzung, die wir überqueren mussten. Auf der anderen Straßenseite tauchte dann plötzlich ein Mann mit einem Karton auf der Schulter auf. Der stieg dann plötzlich auf einen Sockel am Zebrastreifen und fing an, seine akrobatischen Künste vorzuführen! Wir waren völlig perplex und ich zückte natürlich sofort meine Kamera. Beim Überqueren des Zebrastreifens grüßte er uns dann freundlich mit einem "Nice to meet you!" und wir grüßten zurück. Also echt, diese Asiaten!

 
 
Und ja: Das ist eine Leiter.

Angekommen am Bopiliao Historic Block mussten wir allerdings feststellen, dass dieser viel unspektakulärer war, als wir erwarteten hatten. Nur ein paar schlichte, historische Häuser. Schnell ging's also weiter zum Longshan Temple. Unser erster asiatischer Tempel, und das live und in Farbe! Das war echt was Besonderes, vor allem, da die Menschen dort gerade am beten waren, alle gemeinsam sangen, Räucherstäbchen anzündeten und Essen auf einem langen Tisch darbrachten (wir vermuten jetzt mal ganz kühn als Opfergaben). Da haben wir uns dann einfach mal hingesetzt und das alles auf uns wirken lassen, und es war wirklich einzigartig. Die ganze Atmosphäre war irgendwie feierlich und lies mich ganz ruhig und andächtig werden.


Danach ging es dann mit der U-Bahn zurück zu der Station in der Nähe unseres Hostels. In der U-Bahn-Station begegneten wir dann einem seltsamen jungen Asiaten, der komisch lächelnd zu uns rüberschlenderte. Da dachte ich mir natürlich schon "was geht denn jetz ab?". Wir schauten dann auf unsere Karte, um zu sehen, bis zu welcher Station wir fahren mussten, und der Asiate fragte dann, wo wir denn hin wollten usw. Wir erwiderten dann ganz selbstbewusst (und so langsam mit den Straßen Taipehs und dem U-Bahn-Plan vertraut), dass wir den Weg kennen würden und bedankten uns.
Als wir dann in der U-Bahn saßen und ich mich kurz nach links drehte, bemerkte ich, wie der Asiate grinsend sein Handy hob und versuchte, ein Foto von mir und Ole zu machen... Ich machte Ole schnell darauf aufmerksam und wir drehten uns weg. Beim Aussteigen sah Ole sich dann noch einmal um und der Asiate winkte ihm mit einem unheimlichen Grinsen im Gesicht zum Abschied. Gruselig!
Dann ging's also zu Fuß zum Hostel zurück. Wir wussten schon, dass der Donnerstag wegen des Taifuns wahrscheinlich buchstäblich ins Wasser fallen würde und beschlossen, nach einer kurzen Pause noch zum Taipei 101 zu laufen (dieser Wolkenkratzer war, bevor ein höherer in Dubai gebaut wurde, das höchste Gebäude der Welt), um von dort oben den Sonnenuntergang und die ganze Stadt zu sehen. Mit einem Franzosen, mit dem Ole sich im Hostel unterhalten hatte, liefen wir dann dorthin und wir hatten tatsächlich einen perfekten Ausblick über die ganze Stadt.

 
 
 

Einmal sah ich ein asiatisches Mädchen, das wirklich gut aussah, und ich drehte mich zu Ole um um zu sehen, ob er sie auch bemerkt hatte. Als ich mich ihm zuwandte, grinste er mich allerdings schon an und wusste anscheinend ganz genau, was ich sagen wollte, und wir beide brachen in Gelächter aus. Manchmal versteht man sich halt einfach ohne Worte! :D
Wir verloren Renault (den Franzosen) allerdings und konnten ihn auch nach langem Suchen nicht finden. Also fuhren wir, nachdem wir uns noch ein paar ausgestellte Kunstwerke aus Koralle und Jade angesehen hatten, wieder nach unten, wo uns zwei Mädchen aus Hongkong ansprachen und mit uns Fotos machen wollten :D
Dann gingen wir im Einkaufsszentrum des Taipei 101 noch was essen (etwas das schmeckte wie Hochzeitssuppe mit Riesenklößen, labbrige gebratene Nudeln, grünes asiatisches Gemüse und etwas frittiertes)... Wir dachten beide, das könnte vielleicht Hähnchen sein, aber anscheinend war es dann doch Tintenfisch... So dünn und frittiert schmeckte es allerdings gar nicht so schlecht - fast wie alles Frittierte eben...
Wir brauchten dann ca. eine halbe Stunde, bis wir den Ausgang fanden, und machten uns wieder auf den Weg zurück zum Hostel. Dort kamen wir an einem Basketballplatz vorbei und sahen den Asiaten kurz beim Basketballspielen zu, bis Renault uns auf einmal ansprach, da er uns wiedergefunden hatte. Im Hostel saßen wir dann noch eine Weile mit den anderen Gästen rum, Franzosen, Engländern, Amerikanern, einem Kanadier (der allerdings aussah wie ein Asiate) und der Kanadier klimperte noch ein bisschen auf der rosa Ukulele rum, die hier im Aufenthaltsraum an der Wand hängt (der Raum ist übrigens direkt neben unserem Zimmer).
Hier nochmal ein paar Details zum Hostel: Das Hostel wird privat von einer Taiwanesin hier betrieben und zwei weitere Mädchen und ein Junge arbeiten auch noch hier und verdienen umgerechnet 3 Euro die Stunde. Ole meinte daraufhin, für das Geld würde er sich nicht mal die Mühe machen, aufzustehen und zur Arbeit zu gehen. An einer Wand im Aufenthaltsraum hängen auch noch ca. 100 Fotos von Gästen, die hier waren. Die Angestellten sitzen auch manchmal im Aufenthaltsraum und unterhalten sich mit den Gästen. Also alles in allem eine sehr familiäre Atmosphäre :) Geklaut wurde uns auch noch nichts. Außerdem sieht man die Leute, mit denen man auf dem Zimmer ist, sowieso mehrmals am Tag (auch wenn wir jetzt schon mehrmals neue Zimmergäste bekommen haben).


Wenn man vor der Tür zum Hostel steht und nach rechts guckt...


Der Eingang zu JV's Home! :D

Von dem Essen hier schwillt nach fast jeder Mahlzeit meine Lippe ein kleines bisschen an und dann wieder ab wieder ab. So viel zum Thema das Essen hier sei verträglich! :D Ole macht sich da allerdings ganz gut, er hat noch keine Änderung verspürt.
Alles in allem ist das Hostelleben - vor allem in Taipeh - schon eine ziemliche Umstellung, da es hier natürlich total andere Standards gelten und ich glaube, dass wir schon ein ziemlich gutes Hostel erwischt haben. Zwar hört man die Betten bei jeder noch so kleinen Bewegung laut knarren, doch dafür gibt es ja Ohrstöpsel. Morgens, bevor wir rausgehen, mache ich mir noch nicht einmal die Mühe, Makeup aufzutragen, da sich die Schminke durch die Wärme (und das Schwitzen) und das ständige Stirnabwischen sowieso nach 5 Minuten wieder aus dem Staub gemacht hätte. 'Nen Fön gibt's auch nicht und da ich keinen mithabe, trocknen meine Haare halt an der Luft. Alles in allem ist das aber viel einfacher und vor allem weniger zeitaufwendig. Und vor allem, mich kennt hier eh keiner, also who cares! :D
Heute ist unser Tag dann tatsächlich ins Wasser gefallen, wir haben wieder bis kurz nach 13 Uhr geschlafen, eine Weile gequatscht, geduscht und rumgechillt. Um kurz vor 6 sind wir dann nochmal zum Supermarkt um was zu Essen aufzutreiben und weil der Regen in dem Moment nicht mehr sehr stark war. Da wir auf dem Weg am Naschmarkt vorbeikamen, entdeckten wir an einem Stand noch etwas, das wie gewellte Pommes aussah, und beschlossen, uns etwas mitzunehmen. Es waren dann sogar Süßkartoffeln (von der eine Sorte außen schwarz und innen lila war). Mithilfe von einem Taiwanesen, der dort auch gerade etwas bestellte und Englisch sprach, schafften wir es, uns von jeder Kartoffelsorte etwas zu bestellen und gingen dann glücklich und zufrieden nach Hause, aßen unsere Süßkartoffeln, die einfach der Hammer waren und tranken zum ersten Mal taiwanesisches Bier, was ich persönlich viel leckerer fand als das Deutsche! :D
Jetz gehen wir gleich noch ein bisschen im Aufenthaltsraum chillen und lassen den leider sehr unereignisreichen Tag ausklingeln. Morgen geht es dann hoffentlich spannend weiter! :)
Euch allen noch einen schönen Abend!

Dienstag, 27. August 2013

Grund Nr. 1 für Work & Travel in Australien: Um etwas Neues auszuprobieren.


Zum Beispiel mit 4 völlig fremden Personen in einem Zimmer schlafen. Das ist gar nicht so schlimm wie man denkt - jedenfalls war es das für uns in Frankfurt nicht. Wir übernachteten im Meininger Hotel am Frankfurter Flughafen und da unsere Zimmergenossen um 6 Uhr morgens aus den Federn mussten, waren wir natürlich auch bald hellwach. Das machte aber nichts, denn da unser Flug um 11:20 Uhr ging, hätten auch wir nicht viel später aufstehen müssen. Ole und ich brauchten nicht lange um uns fertig zu machen und frühstückten dann noch ganz in Ruhe. Schließlich wurden wir mit dem Hotelshuttle zum Flughafen gefahren und da standen wir dann plötzlich: Am Anfang unseres Abenteuers.
Der Check-In und auch die anderen Formalitäten verliefen reibungslos und als wir ins Flugzeug stiegen wurde uns beiden klar, dass es wirklich langsam ernst wurde. Ich war ja schon ziemlich oft geflogen und fand dieses ganze Einsteigen und Plätze suchen usw. deshalb völlig unspektakulär, aber Ole war sofort über den kleinen Fernseher begeistert, der im Sitz vor ihm befestigt war. Als er mir aber eine Art Konsole zeigte, mit der man Spiele auf dem Bildschirm spielen konnte, zeigte ich etwas mehr Begeisterung...
Da wir mit China Airlines flogen, waren auch die Stewardessen asiatisch und das führte dazu, dass Ole hin und wieder mal einen Blick hinter ihnen herwarf... :D Als wir dann endlich in die Lüfte abhoben und den 13 Stunden langen Flug begannen, sank ich sofort in einen nicht sehr kurzen, tiefen Schlaf.
Wir verbrachten den Flug damit, zu schlafen, Filme zu gucken, Musik zu hören, zu essen und die Aussicht (vor allem den Sternenhimmel und den Sonnenaufgang gegen Ende des Fluges) zu genießen. Zurück zum eigentlichen Thema: Etwas Neues ausprobieren. Als Ole nämlich Shrimp serviert bekam, wurde ich direkt mal genötigt, den zu probieren (schmeckte mir nicht), aber ich dachte mir, was soll's, ich bin ja hier um etwas Neues auszuprobieren. Als ich dann rohen Lachs aufgetischt bekam, klatschte ich mir ein Stück davon auch mal gleich auf's Brötchen. Ganz ehrlich, das muss ich nicht jeden Tag haben, aber so schlecht war es auch wieder nicht.
In Taipeh gelandet, dauerte es erst einmal ewig, bis wir bei der Passport Kontrolle drankamen, aber wir sahen auch einige andere Backpacker die gerade angekommen waren. Nach der Passportkontrolle bekamen wir zum Glück unsere Backpacks sehr schnell und ich zog mich auf der Toilette um, den wir wussten, dass es in Taipeh ca. 30°C sein sollten. Das mit dem Umziehen war eine hervorragende Entscheidung...
Danach kamen wir auch direkt an einen Schalter, an dem man Geld umtauschen konnte. Eigentlich wollte ich ja direkt mit meiner Kreditkarte an einem Automaten Geld abheben, doch ich fand keinen und tauschte deshalb meine gesamten US Dollar und meine australischen Dollar ein, da ich wusste, dass ich das taiwanesische Geld für das Bezahlen unseres Zimmers brauchen würde...
Da waren nun also, nach taiwanesischer Zeit halb sieben Uhr morgens, nach deutscher Zeit so langsam Zeit zum Schlafengehen und wir wussten nicht so recht wohin, denn im Hostel konnten wir erst gegen 14 Uhr einchecken. Wir beschlossen also, erst einmal in die Stadt zu fahren und uns dort ein wenig umzusehen und etwas zu essen zu besorgen. Der Mann am information desk suchte uns gleich die passende Busverbindung zur Taipei Main Station raus und schickte uns eine Etage tiefer, wo wir Tickets kauften und dann den ersten Schritt aus dem Flughafen heraus und in die ekelhafte, schwüle, warme, erstickende taiwanesische Luft machten. Das war wirklich ein totaler Schock in dem Moment und wir hätten am liebsten auf dem Absatz kehrt gemacht, aber schließlich wartete da ja ein Abenteuer auf uns... ;)
In dem klapprigen Bus wurden wir dann erstmal von einem asiatischen Jungen fotografiert, erhaschten einen ersten Blick auf die Stadt und auf Berge und Wälder, die wie Regenwälder wirkten, und ich stellte fest, dass ich mich wie eine völlige Analphabetin fühlte, da mir die chinesische Schriftzeichen auf den Gebäuden wie Hieroglyphen ins Auge zu springen schienen.
Auch den Busfahrer verstanden wir natürlich überhaupt nicht, aber da Taipei Main Station die Endstation war und auf einmal alle ausstiegen, dachten wir uns, okay, steigen wir halt auch aus. Erwies sich zum Glück auch als die richtige Entscheidung.
Von dort aus liefen wir eine Weile ziellos herum und ich fing schon nach 5 Minuten an mich über mein schweres Backpack zu beklagen, sodass Ole in der Taipei Main Station nach Schließfächern suchte und wir dort dann unsere Sachen einschlossen und dann mit einem einfachen Rucksack und einem wunderhübschen Brustbeutel erneut loszogen.
Wir liefen dann einfach ein paar Mal um ein paar Blöcke und sahen uns um, um ein Gefühl für die Gegen zu kriegen, und das was uns als erstes auffiel waren die verdammt nochmal lächerlich vielen Rollerfahrer. Die sind hier wirklich ÜBERALL. Und die fahren auch nebeneinander, zu zweit, zwischen den Autos hindurch. Und überfahren dich fast. Beängstigend. Und meist stehen sie auch noch zu 40 Leuten an der Ampel und fahren bei grün alle gemeinsam los (die Ampeln zeigen übrigens an, wie viele Sekunden man noch hat, um auf die andere Straßenseite zu gelangen, und je weniger Zeit man hat desto schneller läuft das Männchen :D)!
Nach einigem Rumlaufen entschieden wir uns dann, mal mit der U-Bahn zum Taipei Botanical Garden zu fahren. Auf dem Weg zur Taipei Main Station bemerkten wir dann, wie ein kleines Mädchen einem Mädchen, die wohl etwa in unserem Alter war, irgendetwas zuflüsterte und auf Ole und mich zeigte. Das größere Mädchen griff daraufhin in ihre eigenen Haare und zeigte lächelnd auf uns. Und obwohl wir diese verflixte Sprache hier nicht verstehen, wussten wir natürlich sofort, was gemeint war: Das kleine Mädchen wusste nicht, das Menschen auch blonde Haare haben können! Nein, wie süß!
In der Bahnstation beschlossen wir dann doch erst einmal etwas zu essen und da es dort gefühlte 100 Essstände bzw. Geschäfte gab, dauerte es etwas, bis wir etwas passendes gefunden hatten, aber schließlich standen wir vor einem kleinen Geschäft wo die Speisen auf Tellern in einer Vitrine ausgestellt waren, und wir zeigten mit dem Finger auf einen Teller mit Nudeln, Soße und frittiertem Hähnchen. Die junge Angestellte konnte zum Glück etwas Englisch und verstand, dass wir uns die Portion teilen wollten. Das wir das Ganze allerdings mit Stäbchen essen mussten, hatten wir wohl schon irgendwie wieder verdrängt... Das Hähnchen an sich war kein Problem, aber an den Nudeln verzweifelten wir wirklich fast. Das ging nur mit viel Schlürfen und wir sahen dabei für europäische Maßstäbe bestimmt einfach nur schrecklich aus! Ich habe schon fast erwartet, dass die gleich aus Mitleid rüberkommen und uns richtiges Besteck bringen... Aber nein, wir mussten da durch und wir haben es auch irgendwie hingekriegt. Dazu bekamen wir übrigens eine nach Spülmittel schmeckende Suppe. Mmh, lecker.
Als wir dann zum Taipeh Botanical Garden aufbrechen wollten, stellten wir allerdings fest, dass wir unsere Sachen nicht mehr lange einschließen konnten und es sich jetzt schon fast nicht mehr lohnte dorthin zu fahren, da wir bald im Hostel einchecken konnten. Wir chillten also noch ein bisschen im Bahnhof rum, beobachteten die Leute und ich schlug dann vor, dass wir uns ja schon mal Bahntickets besorgen könnten. Als wir natürlich die Schriftzeichen am Automaten nicht lesen konnten, führte uns der Herr, den wir um Hilfe baten, so ziemlich einmal durch das gesamte Gebäude und dann gelangten wir schließlich - 5 Minuten, bevor wir unsere Sachen aus dem Schließfach abholen mussten - zur eigentlichen Bahnstation der Taipei Main Station.
Wir bedankten uns also für seine aufopfernde Hilfe und suchten uns den Weg zurück zu den Schließfächern. Nun standen wir wieder am gleichen Problem: Wie kamen wir zurück zur U-Bahn-Station? Wir sahen also auf einen Plan in der Nähe und wurden prompt von der Seite von einem Taiwaner angesprochen, woher wir denn kämen und wohin wir denn wollten. Wir zeigten dann auf den U-Bahn-Plan und er erklärte, er wollte zur U-Bahn-Station und wir könnten ihm gerne folgen. Die war aber auch verdammt schwer zu finden, diese blöde Station!
Dankend folgten wir ihm und erzählten, dass wir aus Deutschland kämen, worauf er antwortete, er sei schon einmal in Bonn gewesen. Wir bedankten uns wieder für seine Hilfe und kauften uns Tickets, was dieses mal auch viel einfacher ging. Am Bahnsteig stellten wir uns einfach irgendwohin und warteten auf die Bahn. Irgendwann mussten wir dann feststellen, dass uns schon alle Leute anglotzten und sie alle in einer Schlange standen, die mit Linien auf dem Boden begrenzt war. Ups! Konnte ja keiner ahnen, dass die hier so geordnet in die Bahn einmarschieren.
Nachdem ich schon die ganze Zeit wegen meinem Rucksack am Jammern gewesen war, stellte ich nun so langsam fest, dass mir das Gewicht auf die Schultern drückte und begann zu ahnen, woher die Schmerzen kommen könnten. Ich kam also auf die grandiose Idee, meinen Hüftgurt enger zu schnallen und - voila! das Gewicht auf meinen Schultern war fast völlig verschwunden! ;)
Wir fuhren dann also zu der Station, von der man zu Fuß zum Hostel gelangen konnte, und begannen (nach wie vor bei brühender Hitze und Schwüle sowie mit ca. 13 Kilo auf dem Rücken sowie noch einmal kleinen Rucksack vor dem Bauch) zu laufen. Mir persönlich kam das Viertel, in das wir gelangten, ziemlich dreckig und irgendwie zwielichtig vor. Überall Werkstätten, heruntergekommene Gebäude (sowas habe ich noch nie gesehen) und das alles auf engstem Raum. Meine Mama hätte sich wahrscheinlich auf dem Absatz umgedreht und sich eine andere Bleibe gesucht! Tja, jetzt gab es allerdings kein Zurück mehr, die 5 Nächte waren gebucht und wenn das Hostel keine völlig heruntergekommene Schabracke war, würden wir auch unser Zimmer beziehen. Wir bogen also irgendwann in diese kleine Straße ab die (wie alle anderen in diesem Viertel auch) mit Unmengen von Kram vollstand. Der Beschreibung nach war das erste Gebäude auf der linken Seite ein Tattooladen und wir mussten irgendwo klingeln, um ins Hostel zu kommen. Der Tattooladen war geschlossen und wir sahen nur bis auf den Boden heruntergelassene Jalousien(/-Tore) und ein Schild auf der 1. Etage mit der Aufschrift "JV's Home". Ah, ja. Okay. Also weiter in die Straße hinein, keine Ahnung wie man in das Gebäude kommen sollte, aber Ole stand plötzlich vor einer Eisentür, an der ein Schild klebte, das einen dazu aufforderte zu klingeln. Also taten wir das. Eine Stimme meldete sich aus der Sprechanlage, und nach einigem Nachfragen verstanden wir, dass die Stimme am anderen Ende wissen wollte, ob wir eine Reservierung hatten. Oh ja, die hatten wir! Die Eisentür ging mit einem Klicken auf und gab den Blick auf eine steile, nach oben führende Treppe frei. Na dann mal hoch da. Im zweiten Stock kam uns eine Taiwanerin entgegen und führte uns in unser Sechserzimmer. Sie gab uns Schlüssel für unsere Schließfächer und erklärte uns ein paar Dinge, wie z.B. dass wir die Schuhe unten hinstellen sollten und dass es drei Duschen und drei Toiletten gab. Ähm, für wie viele Leute...? Wie sich herausstellte, für so einige.
Völlig durchgeschwitzt ließen wir uns erstmal auf unsere Betten sinken und machten schon bald Bekanntschaft mit einigen Leuten. Dann gingen wir duschen (die Duschen und Toiletten sind okay, bis auf dass man Toilettenpapier nicht in die Toilette werfen darf). Bald fiel uns auf, dass die Räume kaum Fenster hatten, allerdings die meisten (vor allem unser 6er-Zimmer) gut klimatisiert waren. Na, hallelujah! Anders wäre an Schlafen ja nicht mal zu denken gewesen.
Wir beschlossen dann, uns einen Plan für die nächsten fünf Tage zurechtzulegen und aufzuschreiben, welche Sachen wir an welchem Tag ansehen wollten und welche Sehenswürdigkeiten räumlich so nah beieinander lagen, dass es sinnvoll wäre, sie nacheinander abzuklappern. Beim planen schlief Ole allerdings fast ein (ich hab dich ja gewarnt, du Dauer-Optimist! :P) und ich schlug dann vor, 2 Stunden zu schlafen (aber nicht länger, damit wir in den Schlafrhytmus vor Ort auch irgendwann reinkommen) und das taten wir dann auch. Um 19 Uhr machten wir uns dann auf zu einem der vielen Nachtmärkte in Taipeh, von denen einer wirklich nur 3 Minuten zu Fuß entfernt lag. Praktisch!
Dort gab es dann so ziemlich alles, vor allem Menschen (die Asiaten, sie sind überall...), Essen, Kleidung, Schmuck, Souvenirs, Schnickschnack... Und was für Kleidung! Für mich als Mädchen ein absolutes Shoppingparadies, vor allem bei Preisen zwischen 2 und 10 Euro! Welche Schande, dass mein Backpack voll ist und ich keine dieser Sachen in Australien werde tragen können wenn ich sie mir kaufen würde, weil sie einfach zu schick wären... Life is a bitch. Aber sollte sich die Gelegenheit eines Tage noch einmal ergeben, dann schwöre ich, kaufe ich extra einen zweiten Koffer für die ganzen Klamotten... :(
Im Supermarkt deckten wir uns dann noch mit unserem heutigen Abendessen ein: Ole nahm sich Omelette mit Reis für die Mikrowelle mit und ich nahm Melon Bread, Cheese Break und Red Bean Bread (in den Mangas, die ich gelesen habe, wurde auch öfter Melon Bread und Red Bean Bread gegessen, deshalb musste ich mir das natürlich sofort aus Prinzip schnappen). Und schon wieder was Neues ausprobiert ;) War alles ganz okay, aber das Melon Bread fand ich sogar lecker (eigentlich mag ich keine Melone, aber es schmeckte ja auch nicht danach). Oles Essen schmeckte auch echt gut! Das probiere ich dann beim nächsten Mal.
Nach dem Abendessen vervollständigten wir dann noch unseren Sightseeing-Plan für diese Woche und lernten noch ein paar andere aus dem Hostel kennen.
Wow, das war der erste Tag und es ist so viel passiert - aber schließlich sind wir jetzt auch seit ca. 36 Stunden mehr oder weniger ununterbrochen wach! Ich hoffe, ich habe nichts vergessen.
Und ich hoffe, euch hat dieser erste Bericht unserer Reise gefallen. :) Es werden natürlich noch weitere folgen, also bleibt dran!

Fuck, wir sind echt in Asien!
Grüße aus Taiwan, Ole & Lis

Oles Vorrat für die Fahrt zum Hostel in Frankfurt... Eier?! Ohne Kommentar...
Lecker, Frühstück! Da kommt Freude auf!

 
Das erste Mal Nudeln mit Stäbchen essen...
Im Hostel, ich hab den Masterplan gefressen!
Unser Hostelzimmer... Nix mit Luxus hier!

Montag, 5. August 2013

Countdown: 21 days!

Hallo ihr lieben Leser!
In drei Wochen ist es also so weit: Wir werden in den Flieger steigen und uns auf den Weg machen in das größte Abenteuer unseres Lebens. Wir sitzen schon total auf heißen Kohlen und können es gar nicht mehr abwarten!
Die letzten Vorbereitungen werden getroffen, es wird ordentlich einkaufen gegangen, damit wir auch alles beisammen haben bei unserer Abreise, und die Aufregung steigt. Für den letzten Schliff unserer Reisevorbereitungen fehlt uns wahrlich nich mehr viel!!! :)

Für die, die es noch nicht mitbekommen haben:
Am 26. August fliegen wir von Frankfurt aus nach Taipei, Taiwan.
Wir bleiben während unseres Aufenthaltes dort im "JV's Hostel".
Am 1. September geht es von dort aus weiter nach Sydney, Australien!
Dort bleiben wir dann die ersten drei Tage im Hostel "Eva's Backpackers"!

Ich habe heute erstmal eine Google Maps Karte hinzugefügt, auf der ihr jederzeit unsere Reiseroute ansehen könnt. Die Karte findet ihr unter Travel Route / Reiseroute.

Ein YouTube-Channel kommt auch noch bald,, sowie ein Post zu meiner Packliste ;)
Außerdem werden wir hier immer ein paar einfache Rezepte für Backpacker posten, denn schließlich will man sich ja nicht jeden Tag von Nudeln mit Tomatensoße ernähren...
Oder von sonstigen Fertiggerichten...

Hier übrigens noch ein Hinweis zu dem allgemeinen Format des Blogs:
"52 weeks - 52 reasons", das bedeutet, dass wir euch für jede Woche, die wir hier verbringen, einen Grund geben werden, warum IHR den Schritt, nach Australien zu gehen, auch wagen solltet und man diese Erfahrung auf keinen Fall verpassen darf!

So, das war's jetzt für's Erste.
Bis bald! :)

Eure Lis