Dienstag, 17. September 2013

Sydney.

Merke: Wenn man weiß, dass das Hostel, zu dem man möchte, Eva's Backpackers heißt und man dem Shuttlebusfahrer ein Ticket, auf dem genau das auch draufsteht, in die Hand drückt und dieser dann darauf besteht, dass man anscheinend zu "Base" möchte, dann sollte man lieber einmal mehr als einmal zu wenig klarstellen, dass Eva's Backpackers NICHT das Base ist. Denn das Base ist ein Hostel, dass ca. 25 Minuten zu Fuß vom Eva's Backpackers entfernt ist, und wenn man gerade einen 9 Stunden langen Flug hinter sich hat, es warm ist und man Gepäck von insgesamt ca. 20 Kilo mit sich rumschleppen muss, dann ist es wie ihr euch vielleicht vorstellen könnt eher suboptimal, wenn der Fahrer einen dann wirklich vorm Base stehen lässt.
Da standen wir dann also, keine Ahnung wohin, aber zum Glück konnten wir ja nach 13 Jahren Schule ein kleines bisschen Englisch (haben wir dort also doch was gelernt!) und hatten einen Stadtplan und die Adresse des Hostels. Nachdem wir das erste Mal einen Australier nach dem Weg gefragt hatten - und so in etwa ein Drittel  verstanden hatten, und das vor allem dadurch, dass er seine Wegbeschreibung mit Fingerzeigen unterstütze - war uns klar, dass da sprachlich noch einiges auf uns zukommen würde.
Auf dem Weg zu unserem Hostel kamen wir dann direkt am Hyde Park vorbei und merkten außerdem, dass Sydney nicht so flach war, wie wir es uns vorgestellt hatten. Das verlieh der Stadt einen gewissen Charakter und vor allem war es eine Art Schock, nach Taipeh an einen Ort zu kommen, wo alles so neu und nicht eng zusammengequetscht scheint und man sich schon fast wieder wie in Europa fühlt. Aber eben nur fast, denn wenn überall Palmen die Straßen säumen und Papageien kreischend über deinen Kopf hinwegfliegen (und allgemein überall seltsame Vögel rumlaufen - und damit meinen wir wirklich Vögel), dann kann da ja irgendwas nicht stimmen...


Im Hostel angekommen stellten wir schnell fest, dass wir uns das Zimmer mit einer Französin und einem Franzosen teilten, dass man auf dem Dach des Hostels die Skyline von Sydney begutachten und dort gemütlich rumchillen konnte und das es sogar eine (wie wir aufgrund der kommenden Erfahrungen unserer Reise rückblickend behaupten möchten) verdammt gut ausgerüstete und saubere Küche mit Aufenthaltsraum gab.
Unser Entschluss, erst einmal einkaufen zu gehen und in den nächsten Tagen immer frisch zu kochen, erwies sich als sehr edel (da Backpacker sich ja angeblich nicht sehr gesund ernähren - da dachten wir uns, ha, von wegen, das können wir besser!) aber allerdings auch als sehr teuer. Als wir so hungrig durch den großen Coles liefen, verging uns bei dem Anblick der Preise wirklich fast der Appetit: Käse zwischen 5 und 10 Dollar, Brot 3 - 6 Dollar, Collegeblock 4 Dollar oder teurer... Und mein Papa hat immer zu mir gesagt, ich sollte doch nicht im Marktkauf einkaufen, da wäre doch alles viel teurer als im Aldi (oder woanders) - doch gegen die australischen Preise kommt der Marktkauf einfach nicht ran.
Schnell fanden wir raus, dass man hier nicht sehr weit kommt, wenn man die Größe der Packungen und ihre Preise vergleicht, sondern man das beste Preis-Leistungs-Verhälrtnis am besten erkennt, wenn man nach den pro-100g-Preisen oder den pro-1-Liter-Preisen guckt, die ebenfalls unter jedem Produkt stehen. Mit gefülltem Einkaufskorb ging es dann zum Self-Check-Out - hier kann man seine Sachen selber scannen und muss nicht an einer Kasse anstehen! Das erwies sich allerdings als schwieriger als wir dachten, denn man hatte links neben dem Monitor und dem Scanner Tüten, in die man seine Einkäufe nach dem Scannen packen konnte, und wenn das Gewicht dieser Tüten zu schwer wurde, dann zeigte der Monitor an, dass man etwas Unerwünschtes in die Tüte gepackt hatte und man es doch bitte entfernen sollte. Bis wir rausgefunden hatten, dass man dann einfach mit einer neuen Tüte weitermachen musste, na das dauerte natürlich etwas...
Außerdem klebt man auf seine Obsttüten nicht wie in Deutschland schon vorher Zettel mit dem Preis drauf, sondern schmeißt die Tüte auf den Scanner zum Wiegen und wählt dann das Gemüse oder Obst aus, das man kaufen möchte. Schade nur, dass keiner von uns wusste, was Paprika auf Englisch heißt und es eine halbe Ewigkeit dauerte, bis wir das richtige Bild entdeckt hatten! :D
Nach dem Einkauf war ich dann froh, mal wieder eine richtig deutsche Brotzeit zu mir nehmen zu können (auch wenn das Brot hier immer weich ist und das Mehl anscheinend nur dunkel eingefärbt wurde): Mit Käse und Marmelade und Tomaten und frischem Orangensaft und allem drum und dran! Und obwohl wir uns noch vorgenommen hatten, an diesem Abend zu kochen, kamen wir nicht mehr dazu, denn wir schliefen mal wieder früh ein. Ja ja, wir Schlafmützen, schon klar.
Am nächsten Morgen gingen wir in ein Backpackerreisebüro, da uns die Leute die dort arbeiteten einen Tag vorher angesprochen hatten und uns angeboten hatten, uns zu helfen, wenn wir Fragen hätten. Dass es diese Büros (in denen immer Computer zur freien Benutzung stehen) an jeder Ecke gibt und sie eigentlich Touren oder Ausflüge verkaufen wollen, wussten wir da natürlich noch nicht, und sprachen direkt die blonde Schwedin von gestern an, ob sie wisse, woher wir eine Steuernummer, ein Bankkonto und einen Job kriegen. Nach einigen schwammigen Antworten verwickelte sie uns dann gekonnt in ein Gespräch über typische Backpackerausflüge an der Ostküste, erzählte uns eine Stunde von den Dingen, die wir auf diesen Trips tun würden (vieles wusste ich beispielsweise schon, denn wer mich kennt, weiß, dass ich immer gut vorbereitet bin) und machte uns schließlich einen "unschlagbaren" Preis von 1100 Euro für ein Busticket von Cairns nach Sydney, gültig für drei Monate, und mehrtägige Ausflüge zu den Whitsunday Islands und Fraser Island. Schade nur, dass wir armen Backpacker noch keinen Job und somit absolut kein Geld für irgendetwas davon hatten! :D
Ein Gutes hatte das Gespräch dann doch: Wir entschieden uns, Sydney bald zu verlassen, da die Stadt einfach arschteuer ist und nach Cairns zu fliegen, um dort Arbeit zu suchen, denn es gibt dort in der Nähe viele Farmen und man zahlt pro Nacht bis zu 20 Dollar weniger. Wir überlegten uns, dass man nach ein paar Monaten Arbeit dann ja die Ostküste runterreisen könnte - wie es halt die meisten Backpacker machen. Wir buchten also noch am selben Tag an einem der Computer in eben diesem Backpackerreisebüro unseren Flug, der zwei Tage später gehen würde. Da wussten wir ja noch nicht, was bald auf uns zukommen würde...
Abends kochten wir dann tatsächlich Reis mit Hähnchen, Ananas und Curry und am nächsten Morgen Omelette. Denn hier hatten wir auch die Zeit, uns mindestens ein Mal am Tag für über eine halbe Stunde an den Herd zu stellen und anschließend alles wieder abzuspülen (ja, Mama und Papa, ihr lest richtig! wir spülen jedes Mal ab!). Schließlich wollen wir ja auch nicht, dass die anderen Backpacker alles stehen lassen und wir dann keine Pfannen und keinen Platz zum Kochen mehr haben...
Am Mittwoch, unserem dritten und letzten Tag, sahen wir uns dann das erste Mal die Stadt richtig an: Wir liefen zu Fuß zum Opera House, am Hafen entlang und kamen sogar in die Nähe der Harbor Bridge. Wir sahen zum ersten Mal Didgeridoo-Spieler und ich beschloss beim Vorbeigehen an einem Laden, an dem Cowboyhüte verkauft würden, mir unbedingt irgendwann auf meiner Reise noch einen Cowboyhut zuzulegen. Auf dem Rückweg zum Hostel begutachteten wir noch den Royal Botanical Garden, bei dem man am Eingang dazu aufgefordert wird, die Bäume zu umarmen.


Abends aßen wir dann die Reste des Currys und des Omelettes, schrieben Postkarten auf der Dachterasse, sahen die Sonne hinter der Silhouette Sydneys untergehen und es ergab sich, dass wir durch eine Gruppe von ca. 6 deutschen Jungs das erste Mal Bekanntschaft mit Goon machten (wir wissen immer noch nicht, wie man das schreibt), der Wein, den alle Backpacker trinken, da gerade Alkohol hier quasi unbezahlbar ist (man kann sich eine Flasche Whisky oder Absolut Vodka ja zum nächsten Geburtstag wünschen...) und man für 4 Liter Goon zwischen 9 und 12 Dollar bezahlt. Der Wein ist eher süß und ich persönlich fand ihn gar nicht schlecht, aber die meisten Jungs meckerten, sie hätten lieber Bier getrunken, wenn das nicht ebenfalls sauteuer wäre. Nach einem netten Abend mit Kartenspielen und Austausch von den ersten Erfahrungen in Australien, hatten wir in Erfahrung gebracht, dass es in Cairns angeblich gerade sehr schwer sein soll, Arbeit zu finden. Zum Glück hatte die nette Französin auf unserem Zimmer uns bereits zwei Anlaufstellen in Cairns genannt: eine Agentur, die Arbeit vermittelt und die Adresse eines Hotels, in dem eine Freundin von ihr zurzeit noch putzte, aber wohl bald eine Stelle frei werden würde. Dazu dann später mehr.
Am nächsten Morgen packten wir unsere Sachen zusammen und machten zum Frühstück frischen Obstsalat. Von wegen, Backpacker ernähren sich nicht gesund! Das ging also doch! Dachten wir damals...
Am Flughafen zeigten wir dann am Check-in Schalter die einzige Email, die wir von der Website, über die wir unseren Flug gebucht hatten, bekommen hatten, und die Frau am Schalter erklärte uns, wir hätten wohl die Tickets gebucht, aber nicht das Gepäck, und müssten nun beide 90 Dollar bezahlen, wenn unsere Backpacks mitfliegen sollten. Da hatten wir dann den Salat! Nach einigem Diskutieren blieb uns allerdings nichts anderes übrig als das Geld abzudrücken. Die Lady hatte uns erklärt, wir könnten das dann später mit denen klären, über die wir gebucht hatten, aber für den Moment hatten wir insgesamt 180 Dollar in den Sand gesetzt... Irgendwas passiert ja immer. 

Und mit diesem Denkzettel stiegen wir dann in das Flugzeug, das uns nach Cairns bringen würde... Die Zwiebeln und der Knoblauch, welche vom Kochen übriggeblieben waren, wurden uns nach der Ankunft übrigens nicht weggenommen wie Oles Äpfel am Flughafen in Sydney... ;)



Übrigens haben wir jetzt unsere Reiseroute aktualisiert. :)

Freitag, 13. September 2013

Grund Nr. 2: Eine andere Kultur kennenlernen.



Das Blöde am Ausland ist manchmal, das dort alles etwas anders ist. Das muss nicht zwangsweise schlecht sein, aber wenn man in Deutschland von den Mücken verschont wird und dann nach Taiwan kommt, muss man unter Umständen feststellen, dass die ausländischen Mücken eben anderes Blut mögen als die heimischen. Was dann darin resultierte, dass ich überall von Mückenstichen übersät aufwachte und Ole, der in Deutschland nie von den Biestern in Ruhe gelassen wird, sich an seiner schönen stichfreien Haut erfreuen konnte.
Mit Natalie, Rafael, Dominik (der hier für 10 Monate zur Schule geht) und einem weiteren Mädchen ging es dann zum Mittagessen: seltsame gefüllte Teigtaschen, in denen immer Suppe mit z.B. einem Fleischbällchen drin war. Zum Nachtisch gab es ebenfalls mit Sesam, Bohnen und noch irgendetwas gefüllte runde Teigstücke (die mit Sesam waren am besten - meiner Meinung nach!). Solche kannten wir schon aus dem All-you-can-eat Restaurant.



(looking like a fuck in this one)

Unter strömendem Regen fuhren wir zurück ins Hostel und winkten Rafael aus dem Bus auf Wiedersehen, da dieser in unserem Hostel nur für den Sommer gearbeitet hatte und nun zu seiner Familie zurückfahren würde. Dass er nicht mit uns zum Hostel zurückkam, erfuhren wir quasi erst als wir schon im Bus waren und so bekamen wir keine Chance, uns richtig von ihm zu verabschieden. Erstmal ;)
Als wir auf dem Rückweg einen Zebrastreifen überquerten und ich keinen Regenschirm als Schutz gegen das prasselnde Wasser hatte, nahm mich plötzlich eine wildfremde Frau mit unter ihren Schirm, bis sie auf eine andere Straße abbiegen musste als ich - also das muss man den Taiwanesen echt lassen, sie sind verdammt nett!
Während ich dem Jetlag mal wieder Tribut zahlen musste und eine Weile schlief, ging Ole mit Natalie zu einem Stand neben dem Nachtmarkt, wo sie Lauchpfannkuchen bestellten - und an einem Klapptisch aus dem Schnellrestaurant(-stand) aßen, den Natalie mal gerade direkt neben dem Gehweg aufstellte!
Im Hostel verabschiedeten wir uns dann von Natalie auf deutsche Art (wir umarmten sie), da sie ebenfalls zu ihrer Familie fahren würde. Später schrieb sie uns dann über Facebook, dass es aufgrund des Regens viele Unfälle gegeben hatte und alle Züge Verspätung hatten und sie deshalb wieder zum Hostel zurückkommen würde. Aber das Jetlag ließ uns einfach keine Ruhe und übermannte uns mal wieder früh abends.
Sonntagmorgen hatten wir dann zum Glück keine Probleme, früh aufzustehen und wuschen zum ersten Mal alleine Wäsche (jedenfalls war es für mich das erste Mal). Alles zusammen rein in die Maschine! Und nix passiert.
Um den Tag gesättigt überstehen zu können, besorgten wir uns auf dem Nachtmarkt um die Ecke, der morgens zum normalen Markt mutiert, im Supermarkt und beim Bäcker noch ein paar Brötchen und Ole nahm sich noch frische Äpfel und Kirschen mit. Bei einem Stand schafften wir es dann auch noch irgendwie - mit Händen und Füßen und dank netten Dolmetschern - uns zwei Portionen von unseren geliebten Lauchpfannkuchen zu bestellen. Das Rezept muss definitiv noch her! :)
Im Hostel packten wir dann unsere Rucksäcke und als Natalie kam und wir die keksartigen Dinger mit Honig verzehrt hatten, die sie uns mitgebracht hatte und wir erfuhren, dass Rafael auch nochmal zurückkommen würde, warteten wir auf ihn und fuhren noch einmal gemeinsam Mittagessen.
Im Restaurant aßen "wir" als Vorspeise Hähnchenstücke, an denen so viel Knorpel und ekliges Zeug dran war, dass ich mir das nicht einmal ansehen wollte und auch Ole überlies das Essen nach dem ersten Stück den beiden Taiwanesen. Das richtige Essen waren dann zum Glück scharfe Nudeln, die wirklich lecker schmeckten.
Anschließend ging es auf den Flower Market, wo es überall Blumen, Bonsais, Brunnen und Ähnliches zu sehen gab. Ole kaufte sich zum ersten Mal eine Guave, die er nicht mochte, ich aber gar nicht so schlecht fand, und dann gingen wir zum Jademarkt (Jade wird in Taiwan viel verkauft), wo wir uns münzförmige grüne Jadestücke kauften und diese nachher noch von einer Frau an einem Armband befestigen ließen. Das hätten wir ohne Rafael und Natalie niemals geschafft, denn ohne Chinesisch kommt man hier nun mal nicht sehr weit. Nur um was zu Essen aufzutreiben reicht es gerade noch :D
Auf dem Rückweg zum Hostel verabschiedeten wir uns in der U-Bahn-Station nun endgültig von Natalie und Rafael. Übrigens gibt es an einer Straße auf dem Weg zum Hostel ganz viele Tiergeschäfte, wo kleine Hundewelpen und Katzenbabies in Käfigen in den Schaufenstern ausgestellt sind. Ich persönlich fand das schrecklich - Kaninchen und Meerschweinchen, okay, aber Hunde und Katzen?!
Gegen 18 Uhr machten wir uns auf zur Bushaltestelle, von wo unser Bus zum Flughafen fahren sollte, und Robby, eine weitere Angestellte, machte sich die Mühe uns den ganzen Weg dorthin zu begleiten. Sie wollte sogar noch mit uns zum Flughafen fahren, um sicherzugehen, dass wir auch das richtige Terminal erwischten (was wir natürlich nicht auf Anhieb taten), aber das lehnten wir dankend ab, da wir ihr nicht noch mehr Mühe bereiten wollten. Im Terminal 2 schickte man uns dann per Skytrain zum Terminal 1, wo wir unsere Tickets und dann was zu Essen besorgten. Ich probierte noch Brown Sugar Cake und aß ein Rosinenbrötchen (gibt's zum Glück in jedem 7-Eleven) und wir tranken noch jeder 2 Bier. Das Eine nahmen wir sogar mit zum Geldwechseln, wo der Mann uns nicht alles wechseln konnte, weil er nicht so viele australische Dollar hatte, und gab uns deshalb ein paar taiwanesische Dollar zurück mit den Worten "so you can buy more beer!" :D Ich glaube, wir erfüllten in dem Moment das Klischee, dass die Deutschen immer Bier trinken, voll und ganz...
Den Flug verbrachten wir mit Filmegucken und schlafen, wofür wir dieses Mal sogar ausreichend Platz hatten, da wir zu zweit in einer Viererreihe saßen. Jackpot, würde ich mal sagen ;)
Dann ging es durch die Passportkontrolle, wo wir nur kurz unsere Pässe und Visumsbestätigungen vorzeigten. Wir holten unsere Backpacks und mussten noch einmal mit den Einreisekarten, die wir im Flugzeug ausfüllen mussten, durch eine Kontrolle (auf die Karten musste man z.B. draufschreiben, was man ins Land einführte, wie Früchte, Gemüse, Medizin, Waffen, etc.). Unsere Sachen wurden denn von einem Suchhund durchgeschnüffelt, nachdem Ole der Angestellten erzählt hatte, dass er zwei Äpfel im Rucksack hatte (die er auf dem Markt in Teipeh gekauft hatte) und als der Hund diese fand und die Frau sie an sich nahm, erklärte sie, dass es nicht erlaubt ist, diese einzuführen. Ole war völlig geschockt und dachte, sie würde ihn verarschen, aber ich sagte nur "ich hab dir ja gesagt du sollst dir nicht zu viel Essen kaufen und mit nach Australien nehmen... die sind bei sowas halt manchmal echt pingelig"...
Wir kauften also unsere Shuttlepässe (die mit 19$ wirklich deutlich teuerer waren als die umgerechnet ca. 3,50€ in Taipeh!) und wir wurden mit anderen Reisenden von einem älteren Herren durch den Flughafen und nach draußen zum Shuttle geführt. Und als wir aus dem Flughafengebäude hinaustraten und die Palmen und den blauen Himmel sahen, schauten wir uns an und wussten: Wir sind in Australien!

Nun aber zum eigentlichen Thema dieses Blogposts: Grund Nummer 2, nach Australien zu gehen ist, um eine neue Kultur kennenlernen. Wir haben das bereits bei unserem Stopover in Taipeh getan, und es war dort wirklich wie man es sich vorstellt bzw. manchmal im Fernsehen sieht. Wir haben nette Menschen kennengelernt, die uns ihre Kultur gezeigt haben und uns einen richtig tollen Start in unser Abenteuer bereitet haben. Jetzt sind wir in Australien und es ist nochmal ein ganz neuer Anfang, weil das Land natürlich etwas komplett anderes ist als Taiwan. Taiwan war fast wie ein Kulturschock, aber ich bin auch froh nun wieder etwas zu sehen, was mir mehr oder weniger bekannt vorkommt, wo ich mich mit mehr als Händen und Füßen zu verständigen weiß und wo man das Klopapier ohne Sorgen mit in die Toilette befördern darf.
Und trotzdem: Taipei, we will be back!




 




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Mittwoch, 4. September 2013

Day 4.

Unser Freitag in Taipeh begann mit einer Katastrophe, denn nach ewigem Suchen stellten wir fest, das Oles Portemonnaie verschwunden war. Na, herzlichen Glückwunsch, dachte ich mir, das musste ja irgendwann passieren. Ich sagte Ole also, jetzt müsse er sofort seine Kreditkarten sperren und zur Polizei gehen. Das bedeutete, entweder bei den Banken anrufen oder zu Hause. Doch dort war es vier Uhr morgens! Zum Glück erreichte er dort jemanden und lies über seine Eltern alle Karten sperren. Ich war mittlerweile ziemlich genervt, dass Ole nicht richtig auf seine Sachen aufgepasst hatte und wir nun den Schlamassel am Hals hatten, aber es lies sich nicht ändern und so ging Ole mit Rafael, einem der Angestellten des Hostels, zur Polizei. Ich überlegte mir nun, da auch die nächsten Tage nicht sonderlich nach Sonne aussahen und wir bereits einen Tag durch den Taifun verloren hatte, was wir die nächsten Tage lang tun würden und was wir weglassen konnten. Als Ole wiederkam und ich zu ihm in den Aufenthaltsraum ging, brachte er Rafael gerade die deutschen Zahlen von 1 bis 10 bei, wobei dieser sich (obwohl gar nicht so schlecht) ziemlich lustig anstellte. Dann machten wir uns auf den Weg, uns noch ein paar Sachen anzusehen.
Das All-You-Can-Eat Restaurant, zu dem wir wollten, hatte leider geschlossen, und so gingen wir erst zu einem 7-Eleven (kleiner Supermarkt, die sind hier an fast jeder verflixten Ecke) um etwas zu Essen zu besorgen und dann zu einem taiwanesischen Park. Dort sah natürlich vieles anders aus als hier, asiatische Bäume und ein kleiner Pavillion, Mülleimer die aussahen wie Baumstümpfe, usw. Wir sahen sogar eine Schildkröte im Wasser. :)
Ich war irgendwie völlig lustlos, überhaupt irgendetwas zu machen, aber Ole überredete mich, noch zum Confucius Temple und dem Baoan Temple zu fahren, da ich mir schließlich die Mühe gemacht hatte uns einen Plan für die letzten paar Tage zu machen. Irgendwie wollte ich mir ja doch noch etwas angucken, also fuhren wir dorthin und sahen uns die beiden Tempel an, die es dann doch noch wert waren, gesehen zu werden.



Mittlerweile war es später Nachmittag und meine Füße taten einfach nur noch weh und ich wollte zurück ins Hostel, aber auch dieses Mal lies ich mich überreden, doch noch zum Abendessen ins Lotus Pavillon Restaurant zu fahren. Zum Glück!
Nach vielem Rumfragen und Suchen fanden wir es schließlich in einer Seitengasse und es sah direkt um einiges nobler aus als die meisten Restaurants hier, wo nicht einmal der Boden gefließt ist. Am Tisch erklärte uns der Kellner, es sei heute Buffet (was wir aufgrund des Reiseführers ja schon wussten) und obwohl wir den Preis auf dem Zettel, den er uns zusteckte, natürlich mal wieder nicht lesen konnten, machten wir uns ans Essen.
Es wurde ein Teller mit braunen kleinen Dingern, die mit fragt-mich-nicht-was überzogen waren, auf den Tisch gestellt. Da wir davon ausgingen, dass dies ein vegetarisches Restaurant war (ich meinte, ich hätte das im Reiseführer gelesen) aßen wir sie ohne viel nachzudenken. Ole meinte, es wären Kastanien (nicht mein Geschmack). Bei den Vorspeisen taten wir uns so ziemlich alles auf, ich Nudeln mit Soße und ein Salat mit Pfirsich, Rosinen, Erdnüssen, zerkleinerten Haselnüssen, Dressing usw. Der Salat war einfach nur der Hammer, aber die Soße auf meinen Nudeln machte sie leider zu scharf zum Aufessen...
Während Ole noch beim ersten Teller war, holte ich mir eine weiße Suppe, von der ich bis heute nicht weiß, was sie ist, aber die irgendwie lecker und süßlich schmeckte.
Dann ging es zu den wärmeren Sachen, Nudeln, etwas das laut Oles Meinung aussah wie Tofu und noch jede Menge anderer Kram, nur dass ich dann bemerkte, dass der Tofu sehr stark nach Hähnchen schmeckte. War wohl doch kein vegetarisches Restaurant! Ab dem Zeitpunkt ließen wir bei der Essensauswahl etwas mehr Vorsicht walten und aßen noch Glasnudeln, Granatapfel (unser erstes Mal!) und andere Früchte. Dann gab es noch 6 verschiedene Eissorten und jede Menge Kuchen zu probieren. Das Oreoeis fanden wir allerdings glaube ich am besten ;)
Übrigens war auch all-you-can-drink mit im Preis drin und so bezahlten wir am Ende jeder umgerechnet 13 Euro, was für diese Menge und Vielfalt an Essen unserer Meinung nach wirklich völlig in Ordnung war.
Dann ging es wieder zum Hostel, wo wir von Renault erfuhren, dass er Oles Portemonnaie gefunden hatte. Da waren wir natürlich völlig erleichtert. Mal wieder Glück gehabt! Dann fragten wir Rafael und Natalie (die andere Angestellte aus dem Hostel, mit der Ole sich viel unterhalten hatte), nach den besten Clubs in Taipeh aus. Wir machten uns fertig (ich war mit Haaremachen und schminken schneller fertig als Ole! :D) und tranken noch zwei taiwanesische Bier. Dann überredeten wir Rafael, mit uns zu kommen und erfuhren, dass dies sein erstes Mal Disco sein würde. Dabei war er schon über 20! Ole lieh ihm noch sein Hemd und wir machten uns auf zum Babe 18, ein Club wo man als Junge ca. 18 Euro und als Mädchen ca. 10 Euro zahlt und dann alles trinken kann, was man will. Auf dem Weg dorthin lies ich meinen Schirm unter einer überdachten Passage offen, und Rafael wies mich darauf hin, dass das Geister anlockt und man das nicht macht (sowie das Gleiche für das Wäscheaufhängen draußen auf der Straße in diesem Geist-Monat gilt). Kurz vor der Disco versteckten wir noch unseren Regenschirm, was überhaupt nicht nötig gewesen wäre, da die Taiwanesen vor jedem Laden und anscheinend auch Disco einen Ständer für Regenschirme stehen haben.
Wir kamen ohne Probleme rein und bestellten uns drinnen jeder ein Bier. Die Tanzfläche war tiefergelegt und wir standen oben am Rand und fragten uns, wieso um halb 12 alle Leute nur um die Tanzfläche rumstanden und den wenigen Tanzenden beim Abgehen zusahen, als ob sie darauf warteten, das irgendetwas Spektakuläres passierte.
Ziemlich schnell fiel uns auf, dass die Musik in Richtung Hiphop (und später am Abend House) ging und international war! Damit war einer der wesentlichen Faktoren für den Erfolg des Abends ja schon mal erfüllt.
Es dauerte nicht lange, da tranken und tanzten und lachten wir und auch Rafael hatte sichtlich Spaß. Wir trafen ein paar Engländer, Ole quatschte mit einer Asiatin und als der Klub gegen halb 5 schloss, gingen wir mit Rafael frühstücken, in dem Wissen, dass die Taiwanesen schon ein gutes Gespür dafür zu haben schienen, wie man Party macht. Er bestellte drei verschiedene Teller für uns, aber am besten fanden wir die für's Frühstück typischen Lauchpfannkuchen mit Ei.
Zu Hause angekommen, verabredeten wir uns noch für 12 Uhr Mittags zum Mittagessen und sanken dann in einen tiefen Schlaf...