Donnerstag, 29. August 2013

Tag #2 und #3

Der 2. Tag in Taipeh begann damit, dass wir erst einmal ausschliefen. Das bedeutete wiederum, dass wir erst um 13:30 Uhr aufstanden! :D Dann machten wir uns mit der U-Bahn auf zum Botanical Garden und fanden auf dem Weg dorthin doch tatsächlich einen taiwanesischen Bäcker. Dort kaufte ich mir dann etwas das aussah wie ein Rosinenbrötchen, etwas mit Tomaten und Käse drauf und irgendetwas Muffinartiges, dass allerdings doppelt so groß war. Ole kaufte sich neben Brötchen mit Tomaten und Käse noch ein Brötchen wo auf der Verpackung irgendwo "Butter" draufstand und noch zwei weitere Brötchen. Wie sich herausstellte schmeckte das Tomaten-Käse-Etwas schon fast wie Pizza! Ich als eingefleischter Pizzafan fand das natürlich total super. Das "Rosinenbrötchen" war mit Nüssen, Rosinen, Kirschen und irgendeiner Paste gefüllt, die einfach undefinierbar schmeckte, und Oles Butterbrötchen war innendrin tatsächlich fett mit Butter bestrichen.


taiwanesisch/es Pizza/brötchen?!

Dann fanden wir endlich den botanischen Garten, der an sich ganz hübsch war. Leider blühen die Lotusblüten in dem riesigen Teich dort nur zu einer anderen Jahreszeit... Zurzeit sehen sie leider alle leicht vertrocknet aus...



Dann fing es auch noch an zu regnen und da ab abends ein Taifun angesagt war, dachten wir schon, es wäre vielleicht jetzt schon um unsere Pläne für diesen Tag geschehen, also liefen wir schnell weiter zum Bopiliao Historic Block. Auf dem Weg dorthin kamen wir allerdings an ca. 20 aneinandergerreihten Läden vorbei, die allesamt Vögel, Vogelkäfige und Zubehör verkauften - das bedeutete überall Gestank und Geschnatter. Und manche Vögel, Papageien und Kakadus zum Beispiel, waren an einer Stange mit Futter- und Wassernapf angekettet und waren auf der Straße zur Schau ausgestellt! An einem Stand waren sogar zwei kleine Tierchen, die in irgendeiner Form mit Eichhörnchen verwandt sein müssen, angekettet...



Vorbei an den Ständen kamen wir an eine Kreuzung, die wir überqueren mussten. Auf der anderen Straßenseite tauchte dann plötzlich ein Mann mit einem Karton auf der Schulter auf. Der stieg dann plötzlich auf einen Sockel am Zebrastreifen und fing an, seine akrobatischen Künste vorzuführen! Wir waren völlig perplex und ich zückte natürlich sofort meine Kamera. Beim Überqueren des Zebrastreifens grüßte er uns dann freundlich mit einem "Nice to meet you!" und wir grüßten zurück. Also echt, diese Asiaten!

 
 
Und ja: Das ist eine Leiter.

Angekommen am Bopiliao Historic Block mussten wir allerdings feststellen, dass dieser viel unspektakulärer war, als wir erwarteten hatten. Nur ein paar schlichte, historische Häuser. Schnell ging's also weiter zum Longshan Temple. Unser erster asiatischer Tempel, und das live und in Farbe! Das war echt was Besonderes, vor allem, da die Menschen dort gerade am beten waren, alle gemeinsam sangen, Räucherstäbchen anzündeten und Essen auf einem langen Tisch darbrachten (wir vermuten jetzt mal ganz kühn als Opfergaben). Da haben wir uns dann einfach mal hingesetzt und das alles auf uns wirken lassen, und es war wirklich einzigartig. Die ganze Atmosphäre war irgendwie feierlich und lies mich ganz ruhig und andächtig werden.


Danach ging es dann mit der U-Bahn zurück zu der Station in der Nähe unseres Hostels. In der U-Bahn-Station begegneten wir dann einem seltsamen jungen Asiaten, der komisch lächelnd zu uns rüberschlenderte. Da dachte ich mir natürlich schon "was geht denn jetz ab?". Wir schauten dann auf unsere Karte, um zu sehen, bis zu welcher Station wir fahren mussten, und der Asiate fragte dann, wo wir denn hin wollten usw. Wir erwiderten dann ganz selbstbewusst (und so langsam mit den Straßen Taipehs und dem U-Bahn-Plan vertraut), dass wir den Weg kennen würden und bedankten uns.
Als wir dann in der U-Bahn saßen und ich mich kurz nach links drehte, bemerkte ich, wie der Asiate grinsend sein Handy hob und versuchte, ein Foto von mir und Ole zu machen... Ich machte Ole schnell darauf aufmerksam und wir drehten uns weg. Beim Aussteigen sah Ole sich dann noch einmal um und der Asiate winkte ihm mit einem unheimlichen Grinsen im Gesicht zum Abschied. Gruselig!
Dann ging's also zu Fuß zum Hostel zurück. Wir wussten schon, dass der Donnerstag wegen des Taifuns wahrscheinlich buchstäblich ins Wasser fallen würde und beschlossen, nach einer kurzen Pause noch zum Taipei 101 zu laufen (dieser Wolkenkratzer war, bevor ein höherer in Dubai gebaut wurde, das höchste Gebäude der Welt), um von dort oben den Sonnenuntergang und die ganze Stadt zu sehen. Mit einem Franzosen, mit dem Ole sich im Hostel unterhalten hatte, liefen wir dann dorthin und wir hatten tatsächlich einen perfekten Ausblick über die ganze Stadt.

 
 
 

Einmal sah ich ein asiatisches Mädchen, das wirklich gut aussah, und ich drehte mich zu Ole um um zu sehen, ob er sie auch bemerkt hatte. Als ich mich ihm zuwandte, grinste er mich allerdings schon an und wusste anscheinend ganz genau, was ich sagen wollte, und wir beide brachen in Gelächter aus. Manchmal versteht man sich halt einfach ohne Worte! :D
Wir verloren Renault (den Franzosen) allerdings und konnten ihn auch nach langem Suchen nicht finden. Also fuhren wir, nachdem wir uns noch ein paar ausgestellte Kunstwerke aus Koralle und Jade angesehen hatten, wieder nach unten, wo uns zwei Mädchen aus Hongkong ansprachen und mit uns Fotos machen wollten :D
Dann gingen wir im Einkaufsszentrum des Taipei 101 noch was essen (etwas das schmeckte wie Hochzeitssuppe mit Riesenklößen, labbrige gebratene Nudeln, grünes asiatisches Gemüse und etwas frittiertes)... Wir dachten beide, das könnte vielleicht Hähnchen sein, aber anscheinend war es dann doch Tintenfisch... So dünn und frittiert schmeckte es allerdings gar nicht so schlecht - fast wie alles Frittierte eben...
Wir brauchten dann ca. eine halbe Stunde, bis wir den Ausgang fanden, und machten uns wieder auf den Weg zurück zum Hostel. Dort kamen wir an einem Basketballplatz vorbei und sahen den Asiaten kurz beim Basketballspielen zu, bis Renault uns auf einmal ansprach, da er uns wiedergefunden hatte. Im Hostel saßen wir dann noch eine Weile mit den anderen Gästen rum, Franzosen, Engländern, Amerikanern, einem Kanadier (der allerdings aussah wie ein Asiate) und der Kanadier klimperte noch ein bisschen auf der rosa Ukulele rum, die hier im Aufenthaltsraum an der Wand hängt (der Raum ist übrigens direkt neben unserem Zimmer).
Hier nochmal ein paar Details zum Hostel: Das Hostel wird privat von einer Taiwanesin hier betrieben und zwei weitere Mädchen und ein Junge arbeiten auch noch hier und verdienen umgerechnet 3 Euro die Stunde. Ole meinte daraufhin, für das Geld würde er sich nicht mal die Mühe machen, aufzustehen und zur Arbeit zu gehen. An einer Wand im Aufenthaltsraum hängen auch noch ca. 100 Fotos von Gästen, die hier waren. Die Angestellten sitzen auch manchmal im Aufenthaltsraum und unterhalten sich mit den Gästen. Also alles in allem eine sehr familiäre Atmosphäre :) Geklaut wurde uns auch noch nichts. Außerdem sieht man die Leute, mit denen man auf dem Zimmer ist, sowieso mehrmals am Tag (auch wenn wir jetzt schon mehrmals neue Zimmergäste bekommen haben).


Wenn man vor der Tür zum Hostel steht und nach rechts guckt...


Der Eingang zu JV's Home! :D

Von dem Essen hier schwillt nach fast jeder Mahlzeit meine Lippe ein kleines bisschen an und dann wieder ab wieder ab. So viel zum Thema das Essen hier sei verträglich! :D Ole macht sich da allerdings ganz gut, er hat noch keine Änderung verspürt.
Alles in allem ist das Hostelleben - vor allem in Taipeh - schon eine ziemliche Umstellung, da es hier natürlich total andere Standards gelten und ich glaube, dass wir schon ein ziemlich gutes Hostel erwischt haben. Zwar hört man die Betten bei jeder noch so kleinen Bewegung laut knarren, doch dafür gibt es ja Ohrstöpsel. Morgens, bevor wir rausgehen, mache ich mir noch nicht einmal die Mühe, Makeup aufzutragen, da sich die Schminke durch die Wärme (und das Schwitzen) und das ständige Stirnabwischen sowieso nach 5 Minuten wieder aus dem Staub gemacht hätte. 'Nen Fön gibt's auch nicht und da ich keinen mithabe, trocknen meine Haare halt an der Luft. Alles in allem ist das aber viel einfacher und vor allem weniger zeitaufwendig. Und vor allem, mich kennt hier eh keiner, also who cares! :D
Heute ist unser Tag dann tatsächlich ins Wasser gefallen, wir haben wieder bis kurz nach 13 Uhr geschlafen, eine Weile gequatscht, geduscht und rumgechillt. Um kurz vor 6 sind wir dann nochmal zum Supermarkt um was zu Essen aufzutreiben und weil der Regen in dem Moment nicht mehr sehr stark war. Da wir auf dem Weg am Naschmarkt vorbeikamen, entdeckten wir an einem Stand noch etwas, das wie gewellte Pommes aussah, und beschlossen, uns etwas mitzunehmen. Es waren dann sogar Süßkartoffeln (von der eine Sorte außen schwarz und innen lila war). Mithilfe von einem Taiwanesen, der dort auch gerade etwas bestellte und Englisch sprach, schafften wir es, uns von jeder Kartoffelsorte etwas zu bestellen und gingen dann glücklich und zufrieden nach Hause, aßen unsere Süßkartoffeln, die einfach der Hammer waren und tranken zum ersten Mal taiwanesisches Bier, was ich persönlich viel leckerer fand als das Deutsche! :D
Jetz gehen wir gleich noch ein bisschen im Aufenthaltsraum chillen und lassen den leider sehr unereignisreichen Tag ausklingeln. Morgen geht es dann hoffentlich spannend weiter! :)
Euch allen noch einen schönen Abend!

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