Montag, 28. Oktober 2013

Der erste Job!

An einem der Tage, die wir so mehr oder weniger produktiv im Internet verbracht hatten, hatte ich auf gut Glück wohl eine Bewerbung an einen gewissen Marcus geschickt. Am Montag, als ich meine Emails checkte, hatte ich von diesem eine E-Mail in meinem Postfach, in der er schrieb, dass er meinen Lebenslauf vielversprechend fand und mich an diesem Nachmittag anrufen würde. Diese E-Mail las ich jedoch erst, als er bereits angerufen hatte, und ich konnte am Telefon leider kein einziges Wort verstehen, weil es um mich herum laut war und - wie sich später herausstellte - sein australischer Akzent mich jedes Mal aufs Neue dazu bringen würde, meine Englischkenntnisse infrage zu stellen. Das Einzige was ich verstehen konnte, war, dass er später noch einmal anrufen würde...
Wir bekamen an diesem Tag zwei neue Zimmergenossen, ein Pärchen namens Stefanie und Stefan, mit denen wir uns auf Anhieb gut verstanden, und verbrachten den Abend mal wieder im Woolshed, und zwar mit einem Typen namens Matze, den Ole kennengelernt hatte, da dieser im Internetcafe arbeitete, wo wir jeden Tag vorbeischauten. Matze war nun fast schon zwei volle Jahre in Australien und meine einzigen Worte, die mir zu ihm einfallen, sind einzigartig, etwas seltsam und unnormal gechillt. Dieser Typ schien das australische Motto "no worries" wirklich 1 zu 1 übernommen und zu seinen Lebensstil völlig danach ausgerichtet zu haben. Diesen Typen muss man einfach erlebt haben, um zu verstehen, was ich meine.
Am nächsten Tag standen wir so früh auf wie noch nie, um zu Happy Travels, einer Agentur zu gehen, die Backpackern Jobs vermittelt. Wir gingen also zu der Infoveranstaltung, bei der sie uns sagten, sie könnten uns einen Job vermitteln, wenn wir online unsere Lebensläufe an sie schickten. Sobald wir ein Jobangebot von ihnen hätten, müssten wir, wenn wir dieses annehmen, etwas über 100 Dollar für die Vermittlung zahlen, und könnten dann den Job antreten. Hörte sich fair an, zu mal wir so einiges Gutes über die Agentur gehört hatten. Wir machten uns dann noch einmal auf den Weg, um CVs (Lebensläufe) zu verteilen, riefen einige Working Hostels an und fragten nach Arbeit, und liefen bei Agenturen in Cairns vorbei, die angeblich Jobs vermitteln. Allerdings wurden wir von jeder abgewimmelt mit den Worten, dass sie nicht auf Backpacker spezialisiert sind...
Ich bekam einen weiteren Anruf von Marcus, und dieses Mal verstand ich sogar etwas mehr. Nachdem ich nach einem weiteren Job für Ole gefragt hatte und Marcus mir erklärt hatte, er habe nur eine Position offen und wenn ich die richtige Person für den Job wäre, würden sie sich gut um mich kümmern, bat ich ihn um ein paar Tage Wartezeit.
Danach machten wir uns nochmal auf den Weg zur Lagune und begegneten dabei zufällig Matze, der sich entschloss, mit uns zu kommen. Nach unserem abendlichen Essen im Woolshed gingen wir noch ein bisschen ans Wasser mit Steffi und Stefan, sahen Pelikane in freier Wildbahn und ein paar seltsame Fische im Wasser am Hafen, die Ole nachher googelte und sich herausstellte, dass einer von diesen hochgiftig war...
Ole und Steffi beim Ananasessen :)
Außerdem fanden wir endlich heraus, welche seltsamen Tiere denn immer lauthals kreischend in den Bäumen saßen (in der Nähe des Hostels, vorm Internetcafe, etc.): Bei unserem nächtlichen Spaziergang flogen plötzlich hunderte von bunten Vögeln über unsere Köpfe hinweg, durch die Straßen, und ließen sich auf verschiedenen Bäumen nieder, nur um kurz darauf wieder weiter zu fliegen.
Wir lernten im Hostel zwei (blonde) Schweden kennen, Robin und Christoffer, die uns beizubringen versuchen, wie man auf schwedische Art Karten mischt (nämlich auf die coole Art, nicht Kindergarten-Mischen), und mit denen wir ein paar nette Abende mit Goon trinken und Kartenspielen verbrachten (danach konnten wir etwa 7 verschiedene Spiele, die uns auf unserer Reise hoffentlich noch gegen die ein oder andere Langeweilephase helfen werden), mit denen wir am Donnerstag im Woolshed Party machten und mit denen wir ebenfalls etwas Zeit an der Lagune verbrachten.

Larissa, Robin und Christoffer (von hinten) und unser neuer bester Freund, Goon...



 
 

 Ich musste mir zuweilen überlegen, ob ich Ole zurücklassen und den Job annehmen wollte, oder ob ich bei ihm bleiben und weiterhin einen Job mit ihm gemeinsam suchen wollte. Ich hatte allerdings ein sehr gutes Gefühl bei dem Job, da es sich so anhörte, als ob es bei dem Job nicht nur um die Arbeit ginge, sondern auch um mich als Person. Und ich wusste, würde ich mich entscheiden, alleine dort hinzugehen, würde ich mich wahrscheinlich stärker weiterentwickeln, als wenn ich mit Ole weiterreisen würde, da ich quasi auf mich allein gestellt sein würde. Wir besprachen die Angelegenheit miteinander und entschieden, dass ich den Job auschlagen würde, wenn wir bis Freitag einen gemeinsamen Job gefunden hätten. Das passierte allerdings nicht und so entschloss mich schließlich, den Job anzunehmen, und teilte Marcus am Freitag meine Entscheidung mit. Er stellte dann noch am Telefon klar, dass wenn ich jemand sei, der den ganzen Tag alleine Zeit auf seinem Zimmer verbringt, ich wahrscheinlich nicht die richtige Person für diesen Job sei. Wer mich kennt, weiß, dass mich das hätte abschrecken sollen, weil ich genau das gerne tue, aber ich sah es eigentlich mehr als eine Herausforderung, denn ich wollte diesen Job.
Am Samstag konsumierten wir dann mal wieder ein wenig Alkohol und lernten so ein paar andere aus dem Hostel kennen. Viel anderes hatten wir nun mal einfach nicht zu tun... ;) Nachdem die Küche wie immer um 22 Uhr geschlossen wurde, gingen wir noch alles auf das Hostelzimmer eines Typen namens Jasper und saßen dort alle zusammengequetscht auf den Matrazen auf dem Boden. Einer der Typen machte mir mehrmals vor versammelter Mannschaft das Angebot, ich könnte mich ja an ihn anlehnen, da ich etwas zusammengequetscht mit Robin saß, der an mir lehnte, aber bei ihm hatte ich kein Problem damit, da wir uns ja schon etwas besser kannten. Da dachte ich mir auch nur so, ja, ich werde jetzt bestimmt vor versammelter Mannschaft sagen "Klar möchte ich mich bei dir anlehnen, ich kenne dich zwar überhaupt nicht und finde dich unsympathisch und bin auch nicht betrunken, aber gerne, danke für das freundliche Angebot!" :D Aber nein, sowas sagt man ja nicht, also wurde er einfach höflich und mit einem "nein danke, ist schon gut so" ignoriert.
An meinem letzten Abend in Cairns saßen wir wie immer in der Küche, spielten Karten und gingen dann noch eine Weile mit aufs Zimmer der Schweden, wo wir einen Asiaten kennenlernten, der uns seine unheimlich tollen Fotos zeigte (zwar mit einer 2000€ teuren Kamera geschossen, aber egal, für wie gut du dich hälst, es gibt ja immer einen Asiaten da draußen, der besser ist als du xD) und ich packte zwischendurch noch meine Koffer, äh, sorry, mein Backpack meine ich natürlich...


(so trinkt man in Australien...)

Ole, wie er auf der Australienflagge des Asiaten unterschreibt :)

Am nächsten Tag hieß es dann früh aufstehen und Ole brachte mich zur Bushaltestelle, die wir zum Glück (und nach einigem Suchen) auch fanden. Und dann hieß es Abschied nehmen, was mir persönlich schon schwer fiel, denn wir waren nun beide auf uns allein gestellt, und ich hatte überhaupt keine Ahnung, was mich in Mount Garnet erwarten würde.
Dieser Morgen markierte also quasi den Auftakt zu meinem ersten eigenen Abenteuer in Australien...

Samstag, 26. Oktober 2013

Unser YouTube-Channel!

Für die, die es noch nicht über Facebook mitbekommen haben:
Wir haben jetzt einen YouTube-Channel!
Leider funktioniert das mit dem Schneiden noch nicht so richtig, da mein (Lis) Laptop HD Videos nicht so gut verarbeiten kann und mein Programm auch irgendwie rumspackt.
Na ja, was soll's. Es erfüllt jedenfalls seinen Zweck.
Viel Spaß mit unserem ersten Video!

Who the fuck is Richard?

In Cairns angekommen warteten wir erst einmal eine halbe Ewigkeit auf den Shuttlebus, der uns zum Hostel bringen sollte. Dabei standen wir leider etwas unter Zeitdruck, da wir vorher per Email erfahren hatten, dass die Rezeption nur bis 8 Uhr aufhat und wir, falls wir später als 8 kommen würden, Richard anrufen sollten. Who the fuck is Richard? Und außerdem hatten wir ja noch gar keine australische Simkarte... Konnten also unsere Handys nicht benutzen. Lange Rede kurzer Sinn, um 5 vor 8 setzte uns der Fahrer des Shuttlebusses (dieses Mal sogar vor dem richtigen) Hostel ab und wir sprinteten die Stufen eines engen Flurs hoch, um einen freundlich dreinblickenden Asiaten namens Tae Sun an der Rezeption zu entdecken. Der wusste aufgrund des E-Mail-Verkehrs natürlich sofort, wer wir waren und rief Richard, einen älteren, grummeligen Herren, der uns zu unserem Zimmer führte, das so weit von dem Eingang des Hostels weg lag, wie es nur ging. Unser Zimmer teilten wir uns mit einem Deutschen und einem Australier, und nachdem wir ein paar Sachen ausgepackt hatten, entschieden wir uns, das kostenlose Abendessen in Anspruch zu nehmen, für das man von unserem Hostel jeden Tag einen Gutschein bekommt. Wir machten uns also auf zum "Woolshed", dem Schuppen, wo es das besagte kostenlose Essen geben sollte.
Es stellte sich heraus, dass unser Hostel nur 5 Minuten von diesem entfernt war, und so ziemlich der einzige Grund warum wir den Woolshed entdeckten, war der, dass sich draußen vor dem Eingang eine ziemlich lange Schlange gebildet hatte. "Gibt's da was umsonst?!", scherzten wir noch von Weitem, aber als wir näher kamen, wurde uns klar, dass unsere Mägen wohl noch eine Weile auf ihr Essen würden warten müssen, da halt nicht nur wir auf die Idee gekommen waren, dass ein kostenloses Abendessen den Geldbeutel schont.
Endlich drinnen angekommen sah es ziemlich cool aus, alles etwas rustikaler und mit Holz, erinnert an das Brösel (für die Leute, die es kennen), in der oberen Etage standen überall Holztische und Schilder, die die Gäste darauf hinwiesen, dass das Tanzen auf Tischen nur auf eigene Gefahr stattfinden sollte (und diese Schilder brauchten die dort auch wirklich, hier tanzen die Leute wirklich jeden Abend wortwörtlich auf den Tischen) und wir hatten 5 verschiedene Gerichte als Abendessen zur Auswahl. Die entpuppten sich natürlich als ziemlich einfach und auch als nicht besonders appetitstillend, aber schließlich kostete es ja nichts, also wollen wir mal nicht meckern.
Nachdem wir etwas satter waren als vorher, gingen wir noch einkaufen, und vom Supermarkt bis zum Hostel waren es zum Glück auch nur 5 Minuten. Wir erkannten also sehr schnell, was für ein Glück wir mit unserem Hostel hatten - zentral, 19 Dollar das Viererzimmer pro Nacht und ein kostenloses Abendessen jeden Abend im Wert von 5 Dollar.
Nach dem Einkaufen entschieden wir uns dann, nochmal im Woolshed vorbeizuschauen, und landeten direkt in der Partyszene von Cairns, denn Donnerstagabends ist im Woolshed Ladies Night und zwischen 10 und 11 gibt es bis zu 5 Gläser kostenlosen Champagner pro Mädel. Auch die Biere, von denen wir natürlich keins kannten und Ole der Kellnerin erklärte, sie solle uns einfach irgendein Bier geben, waren runtergesetzt und so machten wir uns einen schönen Abend während ich die hübschen oberkörperfreien Kellner bewunderte, die mir ein Glas Champagner nach dem nächsten einschütteten. Nach ein paar Stunden Tanzen ging es dann zurück ins Hostel, wo wir erschöpft und ein bisschen beschwipst ins Bett fielen.
Am nächsten Morgen besorgte ich mir im Internetcafe/Backpackerreisebüro, von denen es hier ca. 20 an einer Straße gibt (okay, ja, ist leicht übertrieben) meine tax file number, die man als Backpacker zum Arbeiten in Australien braucht. Die Bank hatte schon zu, deshalb brachten wir es erstmal nicht zustanden, uns ein australisches Bankkonto einzurichten und verbrachten die Zeit bis abends im Internetcafé mit Jobsuche und tasteten uns so langsam an das Erstellen unserer australischen Lebensläufe ran... Tasteten.
Abends machten wir uns wieder auf zum Woolshed und machten zum ersten Mal die Begegnung mit Aborigines, den australischen Ureinwohnern. Für die, die es nicht wissen: Viele der Aborigines sind stark alkoholabhängig und angeblich sind sie mehr oder weniger ein Tabuthema. Die Aborigines, denen wir begegneten, waren sturzbetrunken, saßen draußen auf den Straßen rum und schrien sinnloses Zeug durch die Gegend, rempelten Leute an, da sie nicht mehr gerade gehen konnten, und schrien sie anschließend an. Ich empfand sie als extrem einschüchternd und mir kam eigentlich nur ein Gedanke: Schnell weg. So viel zu dieser Erfahrung.
Der Weg zum Woolshed wurde allerdings durch einen extrem talentierten Gitarrenspieler und Sänger verschönert, den wir von da an alle paar Tage an der gleichen Stelle zwei Stunden lang spielen hören konnten. Ich lies im ein bisschen Geld in seinen Gitarrenkasten fallen und wir hörten ihm eine Weile lang zu.
Da wir an diesem Abend eh nichts besseres zu tun hatten, beschlossen wir, den gestrigen Abend zu wiederholen und wieder ein paar Drinks im Woolshed zu konsumieren. Allerdings stellte sich heraus, dass das Bier diesen Abend 7 Dollar kostete, und da wir uns das wirklich nicht leisten konnten, verließen wir den Schuppen, nachdem wir uns den "Dance Battle" angesehen hatten, ein Spiel, das dort diesen Abend stattfand. Man hatte eine Minute Zeit, um zu einem Lied (das einem bestimmten Genre entsprach, zum Beispiel Rock, Country, etc.) entsprechend überzeugend zu tanzen, und derjenige, der die beste (oder belustigendste) Performance abgab, konnte etwas gewinnen. Das ganze war mehr oder weniger lustig, bis ein Mädchen auf einen Stuhl drapiert wurde und ein Typ sie sexy antanzen sollte. Entweder war er dafür allerdings nicht offen oder selbstbewusst genug, denn er versucht permanent sich seinen Weg aus dem Kreis zu bahnen, den sich um den Moderator und die Tanzenden gebildet hatte... Nach einer Weile löste sich eine Gestalt aus der Menge, ebenfalls ein Mädchen, die dann wiederum anfing, das Mädchen auf dem Stuhl mit ihrem Tanz anzuflirten... Was bei den männlichen Personen in der Menge natürlich zu Pfiffen und Gejohle führte. Der Abend endete also nicht völlig miserabel und leicht belustigt gingen wir zurück zum Hostel, von wo wir dann noch ein Feuerwerk begutachten konnten, dass so ziemlich alle im Hostel Anwesenden dazu brachte, auf die Treppe, die außen am Hostel vom 2. in den 3. Stock führt, zu stürmen. Ach ja, Australien.
Den Samstagmorgen verbrachten wir mal wieder im Internetcafe; wir brachten es zustande, unsere Lebensläufe zu vollenden und sie in einem Shop namens OfficeWorks auszudrucken (da geht's am billigsten) und machten uns auf den Weg, einige davon am Hafen und an der Lagune in Restaurants zu verteilen. Wir wurden allerdings etwas mehr als die Hälfte unseres jeweils 10 Lebensläufe los... Jobsuche in Cairns eben. Wir entdeckten auf unserem Rundgang aber zum Glück die Lagune von Cairns, von der wir schon viel gehört hatten, von der wir aber nicht wussten, dass sie ebenfalls nur 5 Minuten vom Hostel entfernt war. Sand und ein riesiges Schwimmbecken, direkt vorm Meer. Wie hatten wir das bis dahin bitte jeden Tag übersehen können?! Wieso zur Hölle waren wir bitte noch nie dort gewesen, obwohl es direkt vor unserer Nase lag?! 

 

Gegen Abend besuchten wir dann noch den Nachtmarkt, der chinesisch angehaucht war, ich aß dort chinesisch (man bekam eine flache Schale, die man bezahlte und die man sich so vollladen konnte, wie man wollte, weswegen bei den meisten am Ende die Hälfte herunterfiel), und wir wurden an ca. 20 aufeinanderfolgenden Massageständen vollgelabert, ob wir nicht eine Massage wollten. Und nein, auch beim letzten Laden wo wir dann zum 20. mal gefragt wurden, wollten wir immer noch keine Massage.
Anschließend suchten wir im Woolworths um die Ecke nach Alkohol, und zwar ziemlich vergeblich. Als uns dann ein deutscher Backpacker, den wir im Supermarkt trafen, darauf hinwies, dass wir Alkohol in einem Bottleshop kaufen müssten und es den in normalen Supermärkten nicht gab, wurde uns natürlich klar, warum wir jede Reihe des Supermarktes ca. 10 mal ohne weitere Erkenntnisse abgeklappert hatten. Draußen wiesen uns dann ein paar Mädels den Weg zum nächsten Bottleshop und wir kauften uns den Wein, den wir auch schon in Sydney mit einigen Jungs getrunken hatten und den alle Backpacker trinken, weil es einfach der billigste Alkohol ist mit 12 Dollar pro 4 Liter. Drauf steht "Golden Oak", es gibt mindestens drei verschiedene Sorten, doch alle nennen ihn Goon ;)
Wir tranken dann also etwas Goon in der Küche unseres Hostels, die gleichzeitig Aufenthaltsraum war, und wurden um 10 Uhr von Richard auf unsere Zimmer geschickt, weil er um diese Uhrzeit die Küche schließt... Wie alt sind wir denn?! 12?!
Wir tranken dann vor unserem Zimmer auf dem Flur weiter, bis Richard seinen üblichen Rundgang machte und uns wieder auf unser Zimmer schickte. Dafür bekamen wir dann wenigstens auch anständigen Schlaf, da es im Hostel ruhig war. Muss man ja auch mal positiv sehen.
Trotzdem erwachten wir Sonntag erst spät, nahmen unser Frühstück - jeden Tag so ziemlich bestehend aus Toast und Aufstrich - zu uns und machten uns auf den Weg zur Lagune, da Sonntags die Jobsuche ja auch nicht allzu viel bringen würde, wie wir uns dachten. Und man darf sich ja auch mal was gönnen. An der Lagune standen dann überall Schilder, dass die UV-Strahlung hier quasi gar nicht mehr höher sein konnte. Na dann mal her mit der Sonnencreme 30+. Ole ging lieber auf Nummer sicher und nahm dann direkt die Creme mit LSF 50. Und mit einem entspannten Tag an der Lagune am Meer ging unsere erste Woche in Australien damit zu Ende... :)

 
 
 

Übrigens habe ich noch ein paar Bilder zum Taipeh-Eintrag ergänzt :)

Dienstag, 17. September 2013

Sydney.

Merke: Wenn man weiß, dass das Hostel, zu dem man möchte, Eva's Backpackers heißt und man dem Shuttlebusfahrer ein Ticket, auf dem genau das auch draufsteht, in die Hand drückt und dieser dann darauf besteht, dass man anscheinend zu "Base" möchte, dann sollte man lieber einmal mehr als einmal zu wenig klarstellen, dass Eva's Backpackers NICHT das Base ist. Denn das Base ist ein Hostel, dass ca. 25 Minuten zu Fuß vom Eva's Backpackers entfernt ist, und wenn man gerade einen 9 Stunden langen Flug hinter sich hat, es warm ist und man Gepäck von insgesamt ca. 20 Kilo mit sich rumschleppen muss, dann ist es wie ihr euch vielleicht vorstellen könnt eher suboptimal, wenn der Fahrer einen dann wirklich vorm Base stehen lässt.
Da standen wir dann also, keine Ahnung wohin, aber zum Glück konnten wir ja nach 13 Jahren Schule ein kleines bisschen Englisch (haben wir dort also doch was gelernt!) und hatten einen Stadtplan und die Adresse des Hostels. Nachdem wir das erste Mal einen Australier nach dem Weg gefragt hatten - und so in etwa ein Drittel  verstanden hatten, und das vor allem dadurch, dass er seine Wegbeschreibung mit Fingerzeigen unterstütze - war uns klar, dass da sprachlich noch einiges auf uns zukommen würde.
Auf dem Weg zu unserem Hostel kamen wir dann direkt am Hyde Park vorbei und merkten außerdem, dass Sydney nicht so flach war, wie wir es uns vorgestellt hatten. Das verlieh der Stadt einen gewissen Charakter und vor allem war es eine Art Schock, nach Taipeh an einen Ort zu kommen, wo alles so neu und nicht eng zusammengequetscht scheint und man sich schon fast wieder wie in Europa fühlt. Aber eben nur fast, denn wenn überall Palmen die Straßen säumen und Papageien kreischend über deinen Kopf hinwegfliegen (und allgemein überall seltsame Vögel rumlaufen - und damit meinen wir wirklich Vögel), dann kann da ja irgendwas nicht stimmen...


Im Hostel angekommen stellten wir schnell fest, dass wir uns das Zimmer mit einer Französin und einem Franzosen teilten, dass man auf dem Dach des Hostels die Skyline von Sydney begutachten und dort gemütlich rumchillen konnte und das es sogar eine (wie wir aufgrund der kommenden Erfahrungen unserer Reise rückblickend behaupten möchten) verdammt gut ausgerüstete und saubere Küche mit Aufenthaltsraum gab.
Unser Entschluss, erst einmal einkaufen zu gehen und in den nächsten Tagen immer frisch zu kochen, erwies sich als sehr edel (da Backpacker sich ja angeblich nicht sehr gesund ernähren - da dachten wir uns, ha, von wegen, das können wir besser!) aber allerdings auch als sehr teuer. Als wir so hungrig durch den großen Coles liefen, verging uns bei dem Anblick der Preise wirklich fast der Appetit: Käse zwischen 5 und 10 Dollar, Brot 3 - 6 Dollar, Collegeblock 4 Dollar oder teurer... Und mein Papa hat immer zu mir gesagt, ich sollte doch nicht im Marktkauf einkaufen, da wäre doch alles viel teurer als im Aldi (oder woanders) - doch gegen die australischen Preise kommt der Marktkauf einfach nicht ran.
Schnell fanden wir raus, dass man hier nicht sehr weit kommt, wenn man die Größe der Packungen und ihre Preise vergleicht, sondern man das beste Preis-Leistungs-Verhälrtnis am besten erkennt, wenn man nach den pro-100g-Preisen oder den pro-1-Liter-Preisen guckt, die ebenfalls unter jedem Produkt stehen. Mit gefülltem Einkaufskorb ging es dann zum Self-Check-Out - hier kann man seine Sachen selber scannen und muss nicht an einer Kasse anstehen! Das erwies sich allerdings als schwieriger als wir dachten, denn man hatte links neben dem Monitor und dem Scanner Tüten, in die man seine Einkäufe nach dem Scannen packen konnte, und wenn das Gewicht dieser Tüten zu schwer wurde, dann zeigte der Monitor an, dass man etwas Unerwünschtes in die Tüte gepackt hatte und man es doch bitte entfernen sollte. Bis wir rausgefunden hatten, dass man dann einfach mit einer neuen Tüte weitermachen musste, na das dauerte natürlich etwas...
Außerdem klebt man auf seine Obsttüten nicht wie in Deutschland schon vorher Zettel mit dem Preis drauf, sondern schmeißt die Tüte auf den Scanner zum Wiegen und wählt dann das Gemüse oder Obst aus, das man kaufen möchte. Schade nur, dass keiner von uns wusste, was Paprika auf Englisch heißt und es eine halbe Ewigkeit dauerte, bis wir das richtige Bild entdeckt hatten! :D
Nach dem Einkauf war ich dann froh, mal wieder eine richtig deutsche Brotzeit zu mir nehmen zu können (auch wenn das Brot hier immer weich ist und das Mehl anscheinend nur dunkel eingefärbt wurde): Mit Käse und Marmelade und Tomaten und frischem Orangensaft und allem drum und dran! Und obwohl wir uns noch vorgenommen hatten, an diesem Abend zu kochen, kamen wir nicht mehr dazu, denn wir schliefen mal wieder früh ein. Ja ja, wir Schlafmützen, schon klar.
Am nächsten Morgen gingen wir in ein Backpackerreisebüro, da uns die Leute die dort arbeiteten einen Tag vorher angesprochen hatten und uns angeboten hatten, uns zu helfen, wenn wir Fragen hätten. Dass es diese Büros (in denen immer Computer zur freien Benutzung stehen) an jeder Ecke gibt und sie eigentlich Touren oder Ausflüge verkaufen wollen, wussten wir da natürlich noch nicht, und sprachen direkt die blonde Schwedin von gestern an, ob sie wisse, woher wir eine Steuernummer, ein Bankkonto und einen Job kriegen. Nach einigen schwammigen Antworten verwickelte sie uns dann gekonnt in ein Gespräch über typische Backpackerausflüge an der Ostküste, erzählte uns eine Stunde von den Dingen, die wir auf diesen Trips tun würden (vieles wusste ich beispielsweise schon, denn wer mich kennt, weiß, dass ich immer gut vorbereitet bin) und machte uns schließlich einen "unschlagbaren" Preis von 1100 Euro für ein Busticket von Cairns nach Sydney, gültig für drei Monate, und mehrtägige Ausflüge zu den Whitsunday Islands und Fraser Island. Schade nur, dass wir armen Backpacker noch keinen Job und somit absolut kein Geld für irgendetwas davon hatten! :D
Ein Gutes hatte das Gespräch dann doch: Wir entschieden uns, Sydney bald zu verlassen, da die Stadt einfach arschteuer ist und nach Cairns zu fliegen, um dort Arbeit zu suchen, denn es gibt dort in der Nähe viele Farmen und man zahlt pro Nacht bis zu 20 Dollar weniger. Wir überlegten uns, dass man nach ein paar Monaten Arbeit dann ja die Ostküste runterreisen könnte - wie es halt die meisten Backpacker machen. Wir buchten also noch am selben Tag an einem der Computer in eben diesem Backpackerreisebüro unseren Flug, der zwei Tage später gehen würde. Da wussten wir ja noch nicht, was bald auf uns zukommen würde...
Abends kochten wir dann tatsächlich Reis mit Hähnchen, Ananas und Curry und am nächsten Morgen Omelette. Denn hier hatten wir auch die Zeit, uns mindestens ein Mal am Tag für über eine halbe Stunde an den Herd zu stellen und anschließend alles wieder abzuspülen (ja, Mama und Papa, ihr lest richtig! wir spülen jedes Mal ab!). Schließlich wollen wir ja auch nicht, dass die anderen Backpacker alles stehen lassen und wir dann keine Pfannen und keinen Platz zum Kochen mehr haben...
Am Mittwoch, unserem dritten und letzten Tag, sahen wir uns dann das erste Mal die Stadt richtig an: Wir liefen zu Fuß zum Opera House, am Hafen entlang und kamen sogar in die Nähe der Harbor Bridge. Wir sahen zum ersten Mal Didgeridoo-Spieler und ich beschloss beim Vorbeigehen an einem Laden, an dem Cowboyhüte verkauft würden, mir unbedingt irgendwann auf meiner Reise noch einen Cowboyhut zuzulegen. Auf dem Rückweg zum Hostel begutachteten wir noch den Royal Botanical Garden, bei dem man am Eingang dazu aufgefordert wird, die Bäume zu umarmen.


Abends aßen wir dann die Reste des Currys und des Omelettes, schrieben Postkarten auf der Dachterasse, sahen die Sonne hinter der Silhouette Sydneys untergehen und es ergab sich, dass wir durch eine Gruppe von ca. 6 deutschen Jungs das erste Mal Bekanntschaft mit Goon machten (wir wissen immer noch nicht, wie man das schreibt), der Wein, den alle Backpacker trinken, da gerade Alkohol hier quasi unbezahlbar ist (man kann sich eine Flasche Whisky oder Absolut Vodka ja zum nächsten Geburtstag wünschen...) und man für 4 Liter Goon zwischen 9 und 12 Dollar bezahlt. Der Wein ist eher süß und ich persönlich fand ihn gar nicht schlecht, aber die meisten Jungs meckerten, sie hätten lieber Bier getrunken, wenn das nicht ebenfalls sauteuer wäre. Nach einem netten Abend mit Kartenspielen und Austausch von den ersten Erfahrungen in Australien, hatten wir in Erfahrung gebracht, dass es in Cairns angeblich gerade sehr schwer sein soll, Arbeit zu finden. Zum Glück hatte die nette Französin auf unserem Zimmer uns bereits zwei Anlaufstellen in Cairns genannt: eine Agentur, die Arbeit vermittelt und die Adresse eines Hotels, in dem eine Freundin von ihr zurzeit noch putzte, aber wohl bald eine Stelle frei werden würde. Dazu dann später mehr.
Am nächsten Morgen packten wir unsere Sachen zusammen und machten zum Frühstück frischen Obstsalat. Von wegen, Backpacker ernähren sich nicht gesund! Das ging also doch! Dachten wir damals...
Am Flughafen zeigten wir dann am Check-in Schalter die einzige Email, die wir von der Website, über die wir unseren Flug gebucht hatten, bekommen hatten, und die Frau am Schalter erklärte uns, wir hätten wohl die Tickets gebucht, aber nicht das Gepäck, und müssten nun beide 90 Dollar bezahlen, wenn unsere Backpacks mitfliegen sollten. Da hatten wir dann den Salat! Nach einigem Diskutieren blieb uns allerdings nichts anderes übrig als das Geld abzudrücken. Die Lady hatte uns erklärt, wir könnten das dann später mit denen klären, über die wir gebucht hatten, aber für den Moment hatten wir insgesamt 180 Dollar in den Sand gesetzt... Irgendwas passiert ja immer. 

Und mit diesem Denkzettel stiegen wir dann in das Flugzeug, das uns nach Cairns bringen würde... Die Zwiebeln und der Knoblauch, welche vom Kochen übriggeblieben waren, wurden uns nach der Ankunft übrigens nicht weggenommen wie Oles Äpfel am Flughafen in Sydney... ;)



Übrigens haben wir jetzt unsere Reiseroute aktualisiert. :)

Freitag, 13. September 2013

Grund Nr. 2: Eine andere Kultur kennenlernen.



Das Blöde am Ausland ist manchmal, das dort alles etwas anders ist. Das muss nicht zwangsweise schlecht sein, aber wenn man in Deutschland von den Mücken verschont wird und dann nach Taiwan kommt, muss man unter Umständen feststellen, dass die ausländischen Mücken eben anderes Blut mögen als die heimischen. Was dann darin resultierte, dass ich überall von Mückenstichen übersät aufwachte und Ole, der in Deutschland nie von den Biestern in Ruhe gelassen wird, sich an seiner schönen stichfreien Haut erfreuen konnte.
Mit Natalie, Rafael, Dominik (der hier für 10 Monate zur Schule geht) und einem weiteren Mädchen ging es dann zum Mittagessen: seltsame gefüllte Teigtaschen, in denen immer Suppe mit z.B. einem Fleischbällchen drin war. Zum Nachtisch gab es ebenfalls mit Sesam, Bohnen und noch irgendetwas gefüllte runde Teigstücke (die mit Sesam waren am besten - meiner Meinung nach!). Solche kannten wir schon aus dem All-you-can-eat Restaurant.



(looking like a fuck in this one)

Unter strömendem Regen fuhren wir zurück ins Hostel und winkten Rafael aus dem Bus auf Wiedersehen, da dieser in unserem Hostel nur für den Sommer gearbeitet hatte und nun zu seiner Familie zurückfahren würde. Dass er nicht mit uns zum Hostel zurückkam, erfuhren wir quasi erst als wir schon im Bus waren und so bekamen wir keine Chance, uns richtig von ihm zu verabschieden. Erstmal ;)
Als wir auf dem Rückweg einen Zebrastreifen überquerten und ich keinen Regenschirm als Schutz gegen das prasselnde Wasser hatte, nahm mich plötzlich eine wildfremde Frau mit unter ihren Schirm, bis sie auf eine andere Straße abbiegen musste als ich - also das muss man den Taiwanesen echt lassen, sie sind verdammt nett!
Während ich dem Jetlag mal wieder Tribut zahlen musste und eine Weile schlief, ging Ole mit Natalie zu einem Stand neben dem Nachtmarkt, wo sie Lauchpfannkuchen bestellten - und an einem Klapptisch aus dem Schnellrestaurant(-stand) aßen, den Natalie mal gerade direkt neben dem Gehweg aufstellte!
Im Hostel verabschiedeten wir uns dann von Natalie auf deutsche Art (wir umarmten sie), da sie ebenfalls zu ihrer Familie fahren würde. Später schrieb sie uns dann über Facebook, dass es aufgrund des Regens viele Unfälle gegeben hatte und alle Züge Verspätung hatten und sie deshalb wieder zum Hostel zurückkommen würde. Aber das Jetlag ließ uns einfach keine Ruhe und übermannte uns mal wieder früh abends.
Sonntagmorgen hatten wir dann zum Glück keine Probleme, früh aufzustehen und wuschen zum ersten Mal alleine Wäsche (jedenfalls war es für mich das erste Mal). Alles zusammen rein in die Maschine! Und nix passiert.
Um den Tag gesättigt überstehen zu können, besorgten wir uns auf dem Nachtmarkt um die Ecke, der morgens zum normalen Markt mutiert, im Supermarkt und beim Bäcker noch ein paar Brötchen und Ole nahm sich noch frische Äpfel und Kirschen mit. Bei einem Stand schafften wir es dann auch noch irgendwie - mit Händen und Füßen und dank netten Dolmetschern - uns zwei Portionen von unseren geliebten Lauchpfannkuchen zu bestellen. Das Rezept muss definitiv noch her! :)
Im Hostel packten wir dann unsere Rucksäcke und als Natalie kam und wir die keksartigen Dinger mit Honig verzehrt hatten, die sie uns mitgebracht hatte und wir erfuhren, dass Rafael auch nochmal zurückkommen würde, warteten wir auf ihn und fuhren noch einmal gemeinsam Mittagessen.
Im Restaurant aßen "wir" als Vorspeise Hähnchenstücke, an denen so viel Knorpel und ekliges Zeug dran war, dass ich mir das nicht einmal ansehen wollte und auch Ole überlies das Essen nach dem ersten Stück den beiden Taiwanesen. Das richtige Essen waren dann zum Glück scharfe Nudeln, die wirklich lecker schmeckten.
Anschließend ging es auf den Flower Market, wo es überall Blumen, Bonsais, Brunnen und Ähnliches zu sehen gab. Ole kaufte sich zum ersten Mal eine Guave, die er nicht mochte, ich aber gar nicht so schlecht fand, und dann gingen wir zum Jademarkt (Jade wird in Taiwan viel verkauft), wo wir uns münzförmige grüne Jadestücke kauften und diese nachher noch von einer Frau an einem Armband befestigen ließen. Das hätten wir ohne Rafael und Natalie niemals geschafft, denn ohne Chinesisch kommt man hier nun mal nicht sehr weit. Nur um was zu Essen aufzutreiben reicht es gerade noch :D
Auf dem Rückweg zum Hostel verabschiedeten wir uns in der U-Bahn-Station nun endgültig von Natalie und Rafael. Übrigens gibt es an einer Straße auf dem Weg zum Hostel ganz viele Tiergeschäfte, wo kleine Hundewelpen und Katzenbabies in Käfigen in den Schaufenstern ausgestellt sind. Ich persönlich fand das schrecklich - Kaninchen und Meerschweinchen, okay, aber Hunde und Katzen?!
Gegen 18 Uhr machten wir uns auf zur Bushaltestelle, von wo unser Bus zum Flughafen fahren sollte, und Robby, eine weitere Angestellte, machte sich die Mühe uns den ganzen Weg dorthin zu begleiten. Sie wollte sogar noch mit uns zum Flughafen fahren, um sicherzugehen, dass wir auch das richtige Terminal erwischten (was wir natürlich nicht auf Anhieb taten), aber das lehnten wir dankend ab, da wir ihr nicht noch mehr Mühe bereiten wollten. Im Terminal 2 schickte man uns dann per Skytrain zum Terminal 1, wo wir unsere Tickets und dann was zu Essen besorgten. Ich probierte noch Brown Sugar Cake und aß ein Rosinenbrötchen (gibt's zum Glück in jedem 7-Eleven) und wir tranken noch jeder 2 Bier. Das Eine nahmen wir sogar mit zum Geldwechseln, wo der Mann uns nicht alles wechseln konnte, weil er nicht so viele australische Dollar hatte, und gab uns deshalb ein paar taiwanesische Dollar zurück mit den Worten "so you can buy more beer!" :D Ich glaube, wir erfüllten in dem Moment das Klischee, dass die Deutschen immer Bier trinken, voll und ganz...
Den Flug verbrachten wir mit Filmegucken und schlafen, wofür wir dieses Mal sogar ausreichend Platz hatten, da wir zu zweit in einer Viererreihe saßen. Jackpot, würde ich mal sagen ;)
Dann ging es durch die Passportkontrolle, wo wir nur kurz unsere Pässe und Visumsbestätigungen vorzeigten. Wir holten unsere Backpacks und mussten noch einmal mit den Einreisekarten, die wir im Flugzeug ausfüllen mussten, durch eine Kontrolle (auf die Karten musste man z.B. draufschreiben, was man ins Land einführte, wie Früchte, Gemüse, Medizin, Waffen, etc.). Unsere Sachen wurden denn von einem Suchhund durchgeschnüffelt, nachdem Ole der Angestellten erzählt hatte, dass er zwei Äpfel im Rucksack hatte (die er auf dem Markt in Teipeh gekauft hatte) und als der Hund diese fand und die Frau sie an sich nahm, erklärte sie, dass es nicht erlaubt ist, diese einzuführen. Ole war völlig geschockt und dachte, sie würde ihn verarschen, aber ich sagte nur "ich hab dir ja gesagt du sollst dir nicht zu viel Essen kaufen und mit nach Australien nehmen... die sind bei sowas halt manchmal echt pingelig"...
Wir kauften also unsere Shuttlepässe (die mit 19$ wirklich deutlich teuerer waren als die umgerechnet ca. 3,50€ in Taipeh!) und wir wurden mit anderen Reisenden von einem älteren Herren durch den Flughafen und nach draußen zum Shuttle geführt. Und als wir aus dem Flughafengebäude hinaustraten und die Palmen und den blauen Himmel sahen, schauten wir uns an und wussten: Wir sind in Australien!

Nun aber zum eigentlichen Thema dieses Blogposts: Grund Nummer 2, nach Australien zu gehen ist, um eine neue Kultur kennenlernen. Wir haben das bereits bei unserem Stopover in Taipeh getan, und es war dort wirklich wie man es sich vorstellt bzw. manchmal im Fernsehen sieht. Wir haben nette Menschen kennengelernt, die uns ihre Kultur gezeigt haben und uns einen richtig tollen Start in unser Abenteuer bereitet haben. Jetzt sind wir in Australien und es ist nochmal ein ganz neuer Anfang, weil das Land natürlich etwas komplett anderes ist als Taiwan. Taiwan war fast wie ein Kulturschock, aber ich bin auch froh nun wieder etwas zu sehen, was mir mehr oder weniger bekannt vorkommt, wo ich mich mit mehr als Händen und Füßen zu verständigen weiß und wo man das Klopapier ohne Sorgen mit in die Toilette befördern darf.
Und trotzdem: Taipei, we will be back!




 




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Mittwoch, 4. September 2013

Day 4.

Unser Freitag in Taipeh begann mit einer Katastrophe, denn nach ewigem Suchen stellten wir fest, das Oles Portemonnaie verschwunden war. Na, herzlichen Glückwunsch, dachte ich mir, das musste ja irgendwann passieren. Ich sagte Ole also, jetzt müsse er sofort seine Kreditkarten sperren und zur Polizei gehen. Das bedeutete, entweder bei den Banken anrufen oder zu Hause. Doch dort war es vier Uhr morgens! Zum Glück erreichte er dort jemanden und lies über seine Eltern alle Karten sperren. Ich war mittlerweile ziemlich genervt, dass Ole nicht richtig auf seine Sachen aufgepasst hatte und wir nun den Schlamassel am Hals hatten, aber es lies sich nicht ändern und so ging Ole mit Rafael, einem der Angestellten des Hostels, zur Polizei. Ich überlegte mir nun, da auch die nächsten Tage nicht sonderlich nach Sonne aussahen und wir bereits einen Tag durch den Taifun verloren hatte, was wir die nächsten Tage lang tun würden und was wir weglassen konnten. Als Ole wiederkam und ich zu ihm in den Aufenthaltsraum ging, brachte er Rafael gerade die deutschen Zahlen von 1 bis 10 bei, wobei dieser sich (obwohl gar nicht so schlecht) ziemlich lustig anstellte. Dann machten wir uns auf den Weg, uns noch ein paar Sachen anzusehen.
Das All-You-Can-Eat Restaurant, zu dem wir wollten, hatte leider geschlossen, und so gingen wir erst zu einem 7-Eleven (kleiner Supermarkt, die sind hier an fast jeder verflixten Ecke) um etwas zu Essen zu besorgen und dann zu einem taiwanesischen Park. Dort sah natürlich vieles anders aus als hier, asiatische Bäume und ein kleiner Pavillion, Mülleimer die aussahen wie Baumstümpfe, usw. Wir sahen sogar eine Schildkröte im Wasser. :)
Ich war irgendwie völlig lustlos, überhaupt irgendetwas zu machen, aber Ole überredete mich, noch zum Confucius Temple und dem Baoan Temple zu fahren, da ich mir schließlich die Mühe gemacht hatte uns einen Plan für die letzten paar Tage zu machen. Irgendwie wollte ich mir ja doch noch etwas angucken, also fuhren wir dorthin und sahen uns die beiden Tempel an, die es dann doch noch wert waren, gesehen zu werden.



Mittlerweile war es später Nachmittag und meine Füße taten einfach nur noch weh und ich wollte zurück ins Hostel, aber auch dieses Mal lies ich mich überreden, doch noch zum Abendessen ins Lotus Pavillon Restaurant zu fahren. Zum Glück!
Nach vielem Rumfragen und Suchen fanden wir es schließlich in einer Seitengasse und es sah direkt um einiges nobler aus als die meisten Restaurants hier, wo nicht einmal der Boden gefließt ist. Am Tisch erklärte uns der Kellner, es sei heute Buffet (was wir aufgrund des Reiseführers ja schon wussten) und obwohl wir den Preis auf dem Zettel, den er uns zusteckte, natürlich mal wieder nicht lesen konnten, machten wir uns ans Essen.
Es wurde ein Teller mit braunen kleinen Dingern, die mit fragt-mich-nicht-was überzogen waren, auf den Tisch gestellt. Da wir davon ausgingen, dass dies ein vegetarisches Restaurant war (ich meinte, ich hätte das im Reiseführer gelesen) aßen wir sie ohne viel nachzudenken. Ole meinte, es wären Kastanien (nicht mein Geschmack). Bei den Vorspeisen taten wir uns so ziemlich alles auf, ich Nudeln mit Soße und ein Salat mit Pfirsich, Rosinen, Erdnüssen, zerkleinerten Haselnüssen, Dressing usw. Der Salat war einfach nur der Hammer, aber die Soße auf meinen Nudeln machte sie leider zu scharf zum Aufessen...
Während Ole noch beim ersten Teller war, holte ich mir eine weiße Suppe, von der ich bis heute nicht weiß, was sie ist, aber die irgendwie lecker und süßlich schmeckte.
Dann ging es zu den wärmeren Sachen, Nudeln, etwas das laut Oles Meinung aussah wie Tofu und noch jede Menge anderer Kram, nur dass ich dann bemerkte, dass der Tofu sehr stark nach Hähnchen schmeckte. War wohl doch kein vegetarisches Restaurant! Ab dem Zeitpunkt ließen wir bei der Essensauswahl etwas mehr Vorsicht walten und aßen noch Glasnudeln, Granatapfel (unser erstes Mal!) und andere Früchte. Dann gab es noch 6 verschiedene Eissorten und jede Menge Kuchen zu probieren. Das Oreoeis fanden wir allerdings glaube ich am besten ;)
Übrigens war auch all-you-can-drink mit im Preis drin und so bezahlten wir am Ende jeder umgerechnet 13 Euro, was für diese Menge und Vielfalt an Essen unserer Meinung nach wirklich völlig in Ordnung war.
Dann ging es wieder zum Hostel, wo wir von Renault erfuhren, dass er Oles Portemonnaie gefunden hatte. Da waren wir natürlich völlig erleichtert. Mal wieder Glück gehabt! Dann fragten wir Rafael und Natalie (die andere Angestellte aus dem Hostel, mit der Ole sich viel unterhalten hatte), nach den besten Clubs in Taipeh aus. Wir machten uns fertig (ich war mit Haaremachen und schminken schneller fertig als Ole! :D) und tranken noch zwei taiwanesische Bier. Dann überredeten wir Rafael, mit uns zu kommen und erfuhren, dass dies sein erstes Mal Disco sein würde. Dabei war er schon über 20! Ole lieh ihm noch sein Hemd und wir machten uns auf zum Babe 18, ein Club wo man als Junge ca. 18 Euro und als Mädchen ca. 10 Euro zahlt und dann alles trinken kann, was man will. Auf dem Weg dorthin lies ich meinen Schirm unter einer überdachten Passage offen, und Rafael wies mich darauf hin, dass das Geister anlockt und man das nicht macht (sowie das Gleiche für das Wäscheaufhängen draußen auf der Straße in diesem Geist-Monat gilt). Kurz vor der Disco versteckten wir noch unseren Regenschirm, was überhaupt nicht nötig gewesen wäre, da die Taiwanesen vor jedem Laden und anscheinend auch Disco einen Ständer für Regenschirme stehen haben.
Wir kamen ohne Probleme rein und bestellten uns drinnen jeder ein Bier. Die Tanzfläche war tiefergelegt und wir standen oben am Rand und fragten uns, wieso um halb 12 alle Leute nur um die Tanzfläche rumstanden und den wenigen Tanzenden beim Abgehen zusahen, als ob sie darauf warteten, das irgendetwas Spektakuläres passierte.
Ziemlich schnell fiel uns auf, dass die Musik in Richtung Hiphop (und später am Abend House) ging und international war! Damit war einer der wesentlichen Faktoren für den Erfolg des Abends ja schon mal erfüllt.
Es dauerte nicht lange, da tranken und tanzten und lachten wir und auch Rafael hatte sichtlich Spaß. Wir trafen ein paar Engländer, Ole quatschte mit einer Asiatin und als der Klub gegen halb 5 schloss, gingen wir mit Rafael frühstücken, in dem Wissen, dass die Taiwanesen schon ein gutes Gespür dafür zu haben schienen, wie man Party macht. Er bestellte drei verschiedene Teller für uns, aber am besten fanden wir die für's Frühstück typischen Lauchpfannkuchen mit Ei.
Zu Hause angekommen, verabredeten wir uns noch für 12 Uhr Mittags zum Mittagessen und sanken dann in einen tiefen Schlaf...

Donnerstag, 29. August 2013

Tag #2 und #3

Der 2. Tag in Taipeh begann damit, dass wir erst einmal ausschliefen. Das bedeutete wiederum, dass wir erst um 13:30 Uhr aufstanden! :D Dann machten wir uns mit der U-Bahn auf zum Botanical Garden und fanden auf dem Weg dorthin doch tatsächlich einen taiwanesischen Bäcker. Dort kaufte ich mir dann etwas das aussah wie ein Rosinenbrötchen, etwas mit Tomaten und Käse drauf und irgendetwas Muffinartiges, dass allerdings doppelt so groß war. Ole kaufte sich neben Brötchen mit Tomaten und Käse noch ein Brötchen wo auf der Verpackung irgendwo "Butter" draufstand und noch zwei weitere Brötchen. Wie sich herausstellte schmeckte das Tomaten-Käse-Etwas schon fast wie Pizza! Ich als eingefleischter Pizzafan fand das natürlich total super. Das "Rosinenbrötchen" war mit Nüssen, Rosinen, Kirschen und irgendeiner Paste gefüllt, die einfach undefinierbar schmeckte, und Oles Butterbrötchen war innendrin tatsächlich fett mit Butter bestrichen.


taiwanesisch/es Pizza/brötchen?!

Dann fanden wir endlich den botanischen Garten, der an sich ganz hübsch war. Leider blühen die Lotusblüten in dem riesigen Teich dort nur zu einer anderen Jahreszeit... Zurzeit sehen sie leider alle leicht vertrocknet aus...



Dann fing es auch noch an zu regnen und da ab abends ein Taifun angesagt war, dachten wir schon, es wäre vielleicht jetzt schon um unsere Pläne für diesen Tag geschehen, also liefen wir schnell weiter zum Bopiliao Historic Block. Auf dem Weg dorthin kamen wir allerdings an ca. 20 aneinandergerreihten Läden vorbei, die allesamt Vögel, Vogelkäfige und Zubehör verkauften - das bedeutete überall Gestank und Geschnatter. Und manche Vögel, Papageien und Kakadus zum Beispiel, waren an einer Stange mit Futter- und Wassernapf angekettet und waren auf der Straße zur Schau ausgestellt! An einem Stand waren sogar zwei kleine Tierchen, die in irgendeiner Form mit Eichhörnchen verwandt sein müssen, angekettet...



Vorbei an den Ständen kamen wir an eine Kreuzung, die wir überqueren mussten. Auf der anderen Straßenseite tauchte dann plötzlich ein Mann mit einem Karton auf der Schulter auf. Der stieg dann plötzlich auf einen Sockel am Zebrastreifen und fing an, seine akrobatischen Künste vorzuführen! Wir waren völlig perplex und ich zückte natürlich sofort meine Kamera. Beim Überqueren des Zebrastreifens grüßte er uns dann freundlich mit einem "Nice to meet you!" und wir grüßten zurück. Also echt, diese Asiaten!

 
 
Und ja: Das ist eine Leiter.

Angekommen am Bopiliao Historic Block mussten wir allerdings feststellen, dass dieser viel unspektakulärer war, als wir erwarteten hatten. Nur ein paar schlichte, historische Häuser. Schnell ging's also weiter zum Longshan Temple. Unser erster asiatischer Tempel, und das live und in Farbe! Das war echt was Besonderes, vor allem, da die Menschen dort gerade am beten waren, alle gemeinsam sangen, Räucherstäbchen anzündeten und Essen auf einem langen Tisch darbrachten (wir vermuten jetzt mal ganz kühn als Opfergaben). Da haben wir uns dann einfach mal hingesetzt und das alles auf uns wirken lassen, und es war wirklich einzigartig. Die ganze Atmosphäre war irgendwie feierlich und lies mich ganz ruhig und andächtig werden.


Danach ging es dann mit der U-Bahn zurück zu der Station in der Nähe unseres Hostels. In der U-Bahn-Station begegneten wir dann einem seltsamen jungen Asiaten, der komisch lächelnd zu uns rüberschlenderte. Da dachte ich mir natürlich schon "was geht denn jetz ab?". Wir schauten dann auf unsere Karte, um zu sehen, bis zu welcher Station wir fahren mussten, und der Asiate fragte dann, wo wir denn hin wollten usw. Wir erwiderten dann ganz selbstbewusst (und so langsam mit den Straßen Taipehs und dem U-Bahn-Plan vertraut), dass wir den Weg kennen würden und bedankten uns.
Als wir dann in der U-Bahn saßen und ich mich kurz nach links drehte, bemerkte ich, wie der Asiate grinsend sein Handy hob und versuchte, ein Foto von mir und Ole zu machen... Ich machte Ole schnell darauf aufmerksam und wir drehten uns weg. Beim Aussteigen sah Ole sich dann noch einmal um und der Asiate winkte ihm mit einem unheimlichen Grinsen im Gesicht zum Abschied. Gruselig!
Dann ging's also zu Fuß zum Hostel zurück. Wir wussten schon, dass der Donnerstag wegen des Taifuns wahrscheinlich buchstäblich ins Wasser fallen würde und beschlossen, nach einer kurzen Pause noch zum Taipei 101 zu laufen (dieser Wolkenkratzer war, bevor ein höherer in Dubai gebaut wurde, das höchste Gebäude der Welt), um von dort oben den Sonnenuntergang und die ganze Stadt zu sehen. Mit einem Franzosen, mit dem Ole sich im Hostel unterhalten hatte, liefen wir dann dorthin und wir hatten tatsächlich einen perfekten Ausblick über die ganze Stadt.

 
 
 

Einmal sah ich ein asiatisches Mädchen, das wirklich gut aussah, und ich drehte mich zu Ole um um zu sehen, ob er sie auch bemerkt hatte. Als ich mich ihm zuwandte, grinste er mich allerdings schon an und wusste anscheinend ganz genau, was ich sagen wollte, und wir beide brachen in Gelächter aus. Manchmal versteht man sich halt einfach ohne Worte! :D
Wir verloren Renault (den Franzosen) allerdings und konnten ihn auch nach langem Suchen nicht finden. Also fuhren wir, nachdem wir uns noch ein paar ausgestellte Kunstwerke aus Koralle und Jade angesehen hatten, wieder nach unten, wo uns zwei Mädchen aus Hongkong ansprachen und mit uns Fotos machen wollten :D
Dann gingen wir im Einkaufsszentrum des Taipei 101 noch was essen (etwas das schmeckte wie Hochzeitssuppe mit Riesenklößen, labbrige gebratene Nudeln, grünes asiatisches Gemüse und etwas frittiertes)... Wir dachten beide, das könnte vielleicht Hähnchen sein, aber anscheinend war es dann doch Tintenfisch... So dünn und frittiert schmeckte es allerdings gar nicht so schlecht - fast wie alles Frittierte eben...
Wir brauchten dann ca. eine halbe Stunde, bis wir den Ausgang fanden, und machten uns wieder auf den Weg zurück zum Hostel. Dort kamen wir an einem Basketballplatz vorbei und sahen den Asiaten kurz beim Basketballspielen zu, bis Renault uns auf einmal ansprach, da er uns wiedergefunden hatte. Im Hostel saßen wir dann noch eine Weile mit den anderen Gästen rum, Franzosen, Engländern, Amerikanern, einem Kanadier (der allerdings aussah wie ein Asiate) und der Kanadier klimperte noch ein bisschen auf der rosa Ukulele rum, die hier im Aufenthaltsraum an der Wand hängt (der Raum ist übrigens direkt neben unserem Zimmer).
Hier nochmal ein paar Details zum Hostel: Das Hostel wird privat von einer Taiwanesin hier betrieben und zwei weitere Mädchen und ein Junge arbeiten auch noch hier und verdienen umgerechnet 3 Euro die Stunde. Ole meinte daraufhin, für das Geld würde er sich nicht mal die Mühe machen, aufzustehen und zur Arbeit zu gehen. An einer Wand im Aufenthaltsraum hängen auch noch ca. 100 Fotos von Gästen, die hier waren. Die Angestellten sitzen auch manchmal im Aufenthaltsraum und unterhalten sich mit den Gästen. Also alles in allem eine sehr familiäre Atmosphäre :) Geklaut wurde uns auch noch nichts. Außerdem sieht man die Leute, mit denen man auf dem Zimmer ist, sowieso mehrmals am Tag (auch wenn wir jetzt schon mehrmals neue Zimmergäste bekommen haben).


Wenn man vor der Tür zum Hostel steht und nach rechts guckt...


Der Eingang zu JV's Home! :D

Von dem Essen hier schwillt nach fast jeder Mahlzeit meine Lippe ein kleines bisschen an und dann wieder ab wieder ab. So viel zum Thema das Essen hier sei verträglich! :D Ole macht sich da allerdings ganz gut, er hat noch keine Änderung verspürt.
Alles in allem ist das Hostelleben - vor allem in Taipeh - schon eine ziemliche Umstellung, da es hier natürlich total andere Standards gelten und ich glaube, dass wir schon ein ziemlich gutes Hostel erwischt haben. Zwar hört man die Betten bei jeder noch so kleinen Bewegung laut knarren, doch dafür gibt es ja Ohrstöpsel. Morgens, bevor wir rausgehen, mache ich mir noch nicht einmal die Mühe, Makeup aufzutragen, da sich die Schminke durch die Wärme (und das Schwitzen) und das ständige Stirnabwischen sowieso nach 5 Minuten wieder aus dem Staub gemacht hätte. 'Nen Fön gibt's auch nicht und da ich keinen mithabe, trocknen meine Haare halt an der Luft. Alles in allem ist das aber viel einfacher und vor allem weniger zeitaufwendig. Und vor allem, mich kennt hier eh keiner, also who cares! :D
Heute ist unser Tag dann tatsächlich ins Wasser gefallen, wir haben wieder bis kurz nach 13 Uhr geschlafen, eine Weile gequatscht, geduscht und rumgechillt. Um kurz vor 6 sind wir dann nochmal zum Supermarkt um was zu Essen aufzutreiben und weil der Regen in dem Moment nicht mehr sehr stark war. Da wir auf dem Weg am Naschmarkt vorbeikamen, entdeckten wir an einem Stand noch etwas, das wie gewellte Pommes aussah, und beschlossen, uns etwas mitzunehmen. Es waren dann sogar Süßkartoffeln (von der eine Sorte außen schwarz und innen lila war). Mithilfe von einem Taiwanesen, der dort auch gerade etwas bestellte und Englisch sprach, schafften wir es, uns von jeder Kartoffelsorte etwas zu bestellen und gingen dann glücklich und zufrieden nach Hause, aßen unsere Süßkartoffeln, die einfach der Hammer waren und tranken zum ersten Mal taiwanesisches Bier, was ich persönlich viel leckerer fand als das Deutsche! :D
Jetz gehen wir gleich noch ein bisschen im Aufenthaltsraum chillen und lassen den leider sehr unereignisreichen Tag ausklingeln. Morgen geht es dann hoffentlich spannend weiter! :)
Euch allen noch einen schönen Abend!