Mittwoch, 4. September 2013

Day 4.

Unser Freitag in Taipeh begann mit einer Katastrophe, denn nach ewigem Suchen stellten wir fest, das Oles Portemonnaie verschwunden war. Na, herzlichen Glückwunsch, dachte ich mir, das musste ja irgendwann passieren. Ich sagte Ole also, jetzt müsse er sofort seine Kreditkarten sperren und zur Polizei gehen. Das bedeutete, entweder bei den Banken anrufen oder zu Hause. Doch dort war es vier Uhr morgens! Zum Glück erreichte er dort jemanden und lies über seine Eltern alle Karten sperren. Ich war mittlerweile ziemlich genervt, dass Ole nicht richtig auf seine Sachen aufgepasst hatte und wir nun den Schlamassel am Hals hatten, aber es lies sich nicht ändern und so ging Ole mit Rafael, einem der Angestellten des Hostels, zur Polizei. Ich überlegte mir nun, da auch die nächsten Tage nicht sonderlich nach Sonne aussahen und wir bereits einen Tag durch den Taifun verloren hatte, was wir die nächsten Tage lang tun würden und was wir weglassen konnten. Als Ole wiederkam und ich zu ihm in den Aufenthaltsraum ging, brachte er Rafael gerade die deutschen Zahlen von 1 bis 10 bei, wobei dieser sich (obwohl gar nicht so schlecht) ziemlich lustig anstellte. Dann machten wir uns auf den Weg, uns noch ein paar Sachen anzusehen.
Das All-You-Can-Eat Restaurant, zu dem wir wollten, hatte leider geschlossen, und so gingen wir erst zu einem 7-Eleven (kleiner Supermarkt, die sind hier an fast jeder verflixten Ecke) um etwas zu Essen zu besorgen und dann zu einem taiwanesischen Park. Dort sah natürlich vieles anders aus als hier, asiatische Bäume und ein kleiner Pavillion, Mülleimer die aussahen wie Baumstümpfe, usw. Wir sahen sogar eine Schildkröte im Wasser. :)
Ich war irgendwie völlig lustlos, überhaupt irgendetwas zu machen, aber Ole überredete mich, noch zum Confucius Temple und dem Baoan Temple zu fahren, da ich mir schließlich die Mühe gemacht hatte uns einen Plan für die letzten paar Tage zu machen. Irgendwie wollte ich mir ja doch noch etwas angucken, also fuhren wir dorthin und sahen uns die beiden Tempel an, die es dann doch noch wert waren, gesehen zu werden.



Mittlerweile war es später Nachmittag und meine Füße taten einfach nur noch weh und ich wollte zurück ins Hostel, aber auch dieses Mal lies ich mich überreden, doch noch zum Abendessen ins Lotus Pavillon Restaurant zu fahren. Zum Glück!
Nach vielem Rumfragen und Suchen fanden wir es schließlich in einer Seitengasse und es sah direkt um einiges nobler aus als die meisten Restaurants hier, wo nicht einmal der Boden gefließt ist. Am Tisch erklärte uns der Kellner, es sei heute Buffet (was wir aufgrund des Reiseführers ja schon wussten) und obwohl wir den Preis auf dem Zettel, den er uns zusteckte, natürlich mal wieder nicht lesen konnten, machten wir uns ans Essen.
Es wurde ein Teller mit braunen kleinen Dingern, die mit fragt-mich-nicht-was überzogen waren, auf den Tisch gestellt. Da wir davon ausgingen, dass dies ein vegetarisches Restaurant war (ich meinte, ich hätte das im Reiseführer gelesen) aßen wir sie ohne viel nachzudenken. Ole meinte, es wären Kastanien (nicht mein Geschmack). Bei den Vorspeisen taten wir uns so ziemlich alles auf, ich Nudeln mit Soße und ein Salat mit Pfirsich, Rosinen, Erdnüssen, zerkleinerten Haselnüssen, Dressing usw. Der Salat war einfach nur der Hammer, aber die Soße auf meinen Nudeln machte sie leider zu scharf zum Aufessen...
Während Ole noch beim ersten Teller war, holte ich mir eine weiße Suppe, von der ich bis heute nicht weiß, was sie ist, aber die irgendwie lecker und süßlich schmeckte.
Dann ging es zu den wärmeren Sachen, Nudeln, etwas das laut Oles Meinung aussah wie Tofu und noch jede Menge anderer Kram, nur dass ich dann bemerkte, dass der Tofu sehr stark nach Hähnchen schmeckte. War wohl doch kein vegetarisches Restaurant! Ab dem Zeitpunkt ließen wir bei der Essensauswahl etwas mehr Vorsicht walten und aßen noch Glasnudeln, Granatapfel (unser erstes Mal!) und andere Früchte. Dann gab es noch 6 verschiedene Eissorten und jede Menge Kuchen zu probieren. Das Oreoeis fanden wir allerdings glaube ich am besten ;)
Übrigens war auch all-you-can-drink mit im Preis drin und so bezahlten wir am Ende jeder umgerechnet 13 Euro, was für diese Menge und Vielfalt an Essen unserer Meinung nach wirklich völlig in Ordnung war.
Dann ging es wieder zum Hostel, wo wir von Renault erfuhren, dass er Oles Portemonnaie gefunden hatte. Da waren wir natürlich völlig erleichtert. Mal wieder Glück gehabt! Dann fragten wir Rafael und Natalie (die andere Angestellte aus dem Hostel, mit der Ole sich viel unterhalten hatte), nach den besten Clubs in Taipeh aus. Wir machten uns fertig (ich war mit Haaremachen und schminken schneller fertig als Ole! :D) und tranken noch zwei taiwanesische Bier. Dann überredeten wir Rafael, mit uns zu kommen und erfuhren, dass dies sein erstes Mal Disco sein würde. Dabei war er schon über 20! Ole lieh ihm noch sein Hemd und wir machten uns auf zum Babe 18, ein Club wo man als Junge ca. 18 Euro und als Mädchen ca. 10 Euro zahlt und dann alles trinken kann, was man will. Auf dem Weg dorthin lies ich meinen Schirm unter einer überdachten Passage offen, und Rafael wies mich darauf hin, dass das Geister anlockt und man das nicht macht (sowie das Gleiche für das Wäscheaufhängen draußen auf der Straße in diesem Geist-Monat gilt). Kurz vor der Disco versteckten wir noch unseren Regenschirm, was überhaupt nicht nötig gewesen wäre, da die Taiwanesen vor jedem Laden und anscheinend auch Disco einen Ständer für Regenschirme stehen haben.
Wir kamen ohne Probleme rein und bestellten uns drinnen jeder ein Bier. Die Tanzfläche war tiefergelegt und wir standen oben am Rand und fragten uns, wieso um halb 12 alle Leute nur um die Tanzfläche rumstanden und den wenigen Tanzenden beim Abgehen zusahen, als ob sie darauf warteten, das irgendetwas Spektakuläres passierte.
Ziemlich schnell fiel uns auf, dass die Musik in Richtung Hiphop (und später am Abend House) ging und international war! Damit war einer der wesentlichen Faktoren für den Erfolg des Abends ja schon mal erfüllt.
Es dauerte nicht lange, da tranken und tanzten und lachten wir und auch Rafael hatte sichtlich Spaß. Wir trafen ein paar Engländer, Ole quatschte mit einer Asiatin und als der Klub gegen halb 5 schloss, gingen wir mit Rafael frühstücken, in dem Wissen, dass die Taiwanesen schon ein gutes Gespür dafür zu haben schienen, wie man Party macht. Er bestellte drei verschiedene Teller für uns, aber am besten fanden wir die für's Frühstück typischen Lauchpfannkuchen mit Ei.
Zu Hause angekommen, verabredeten wir uns noch für 12 Uhr Mittags zum Mittagessen und sanken dann in einen tiefen Schlaf...

Keine Kommentare: